Isländische Frauen bringen weitere Flüchtlinge nach Kairo Skip to content
Rafah_Border_Crossing
Photo: Gigi Ibrahim / Wikimedia Commons.

Isländische Frauen bringen weitere Flüchtlinge nach Kairo

Freiwillige isländische Helferinnen in Kairo haben gestern 12 Personen mit einer Aufenthaltsgenehmigung aufgrund von Familienzusammenführung aus Gaza über die Grenze nach Ägypten gebracht.  Die Politikwissenschaftlerin und Menschenrechtsaktivistin Sema Erla Serdaroglu schrieb gestern Abend auf ihrer Facebookseite, es handle sich in der Mehrzahl und verletzte und kranke Kinder, sowie um einen schwerkranken alten Mann.

„Gestern und heute sind ausserdem 17 weitere palästinensische Personen, die Familienmitglieder in Island haben, auf die nächste Liste gesetzt worden, die von den Freiwilligen aus Gaza über die Grenze nach Kairo gebracht werden.“ In dieser Gruppe befinden sich 14 Kinder. Weitere von den Freiwilligen Gerettete waren bereits in der vergangenen Woche in Island angekommen.
Die Lage in der Region verschlechtert sich mit jedem Tag, nicht nur aufgrund der israelischen Luftangriffe, sondern auch weil den in provisorischen Zelten lebenden Menschen eine Hungersnot droht. Viele Kinder sind krank, verletzt und unterernährt. Auch für die Freiwilligen wird die Lage gefährlich, weil die Ägypter an der Grenze aufrüsten und Israel angekündigt hatte, zu Beginn des Fastenmonats Ramadan die Grenzstadt Rafah zerstören zu wollen, wo sich derzeit über eine Million Flüchtlinge aufhalten.

Diplomaten kommen nicht voran
Das isländische Aussenministerium hatte letzte Woche Mitarbeiter nach Kairo geschickt, doch den drei Diplomaten ist es bislang nicht gelungen, Menschen über die Grenze zu bringen. In einer Mitteilung des Aussenministeriums vor drei Tagen hatte es gehiessen, das Vorhaben sei besonders, weil sich auf der Liste keine isländischen Staatsbürger befänden. Das habe zur Folge, dass die israelischen Behörden die Angelegenheit besonders prüfen müssten. Weiter heisst es, man arbeite ausschliesslich auf diplomatischem Wege.

Die Schriftstellerin Bergþóra Snæbjörnsdóttir ist eine der fünf isländischen Frauen in Kairo. Sie sagt, man stehe inzwischen in gutem Kontakt zu den Diplomaten, aber sie könne sich nicht erklären, warum es auf diplomatischem Weg nicht weitergehe. Die Freiwilligen arbeiteten mit einer ägyptischen Behörde zusammen, wenn sie Leute über die Grenze holten. Das Spendengeld aus Island fliesse in Gebühren rund um den Grenzgang, nicht in Bestechungsgelder, und Flug und Unterkunft zahlen die Frauen aus eigener Tasche. Bergþóra sagt, die isländische Öffentlichkeit habe sehr grosszügig gespendet, und man hoffe dass noch mehr zusammenkomme. Man kämpfe gegen die Uhr, jede Krone rette Leben.

Sema Erla machte ihrem Ärger ganz unverhohlen Luft. “„Die isländische Öffentlichkeit rettet weiterhin Menschen vor der ethnischen Säuberung durch die israelische Regierung, indem sie sich unermüdlich ehrenamtlich für die isländische Regierung engagiert und die nationale Spendenaktionen für Palästina unterstützt, während die Regierung von Katrín Jakobsdóttir sich weiterhin aus der Sache raushält,“ schrieb sie gestern Abend in ihrem Beitrag.

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