Grossausbau des Finnafjörður erneut im Gespräch Skip to content

Grossausbau des Finnafjörður erneut im Gespräch

Beim isländischen Aussenministerium gibt es offenbar Pläne, einen langen Kai im Nordteil des Finnafjörður im nordisländischen Langanesbyggð der NATO zur Verfügung zu stellen. Der Kai bei Gunnólfsvík soll Schiffen dazu dienen, Proviant aufzunehmen und Mannschaften zum Landgang zu entlassen. Dazu würden dann auch Gebäude benötigt.

Quellen des Fréttablaðið zufolge könnte die Küstenwache dort ebenfalls einen Anlegeplatz erhalten. Zu den Plänen gibt es noch keine schriftlichen Dokumente, aber bei der Gemeindeverwaltung sei eine formlose Anfrage des Aussenministeriums eingegangen. Der neue Gemeindedirektor übernimmt seinen Posten am 1. September. Zu Fragen des Fréttablaðið wollte man sich weder beim Ministerium noch bei der Gemeinde Langanesbyggð äussern.

Bau eines Containerhafens geplant
Im Finnafjörður sind ohnehin grosse Entwicklungen geplant. Vor einigen Jahren waren Absichtserklärungen mit der deutschen Bremenport für den Bau eines riesigen Containerhafens unterzeichnet worden, bislang jedoch noch nichts unternommen worden.  Schon im 2011 hatte die damalige Gemeindeleitung ihren Fjord in Erwartung der bald eisfreien Nordwestpassage den Chinesen als Umschlaghafen für Öl und Fracht andienen wollen.

Gesetz zur Ausweitung des Sperrgebietes
Ausserdem liegt seit letztem Jahr ein Gesetzesentwurf dazu vor, dass die Grenzen des bisherigen Sperrgebietes am Gunnólfsvíkurfjall von 93,5 Hektar auf 771 Hektar ausgeweitet wird. Die Planungs- und Bauoberaufsicht dafür sollte dem Staat übergeben werden, damit im Sperrgebiet im Interesse der Nation ungestört gearbeitet werden könne. Der Gesetzentwurf war dem Parlament nicht vorgelegt worden.
Aus Opposition und dem Lager der isländischen NATO-Gegner war heftige Kritik zu dem Entwurf geäussert worden, man warf dem damaligen Aussenminister Guðlaugur Þór Þórðarsson unter anderem vor, dort oben einen Marinehafen zu planen. Der noch amtierende Gemeindedirektor beschwichtigte damals, es handle sich lediglich um einen “Sicherheits- und Rettungshafen” für die NATO.
Der Berg Gunnólfsvíkurfjall ist für die Allgemeinheit nicht zugänglich, dort befindet sich seit 1989 eine Radarstation der NATO. Betrieben wird die Station durch die isländische Küstenwache.

Share article

Facebook
Twitter

Recommended Posts