Etwa 100 abgeschobene Asylbewerber haben Recht auf Fallwiederaufnahme Skip to content
Asylum seekers protest Reykjavík
Photo: Austurvöllur – Hælisleitendur – flóttamenn – Alþingi.

Etwa 100 abgeschobene Asylbewerber haben Recht auf Fallwiederaufnahme

Der Berufungsausschuss für Asyl- und Einwanderungsangelegenheiten hat entschieden, dass eine Gruppe von Asylbewerbern das Recht auf Wiederaufnahme ihres Verfahrens zugesprochen bekommt, berichtet RÚV. Da viele aus dieser Gruppe bereits nach Griechenland abgeschoben worden sind, dürfte es nach Einschätzung eines Anwalts für sie schwierig werden, vor der Ausländerbehörde zu erscheinen.

Im Oktober hatte das Reykjavíker Bezirksgericht zugunsten des Palästinenser Suleiman Al Masr geurteilt, und unter anderem begründet, dass er nicht für Verzögerungen verantwortlich gemacht werden kann, die bei der Fallbearbeitung entstanden, und deretwegen er nicht nach Griechenland abgeschoben wurde. Zu der Zeit herrschten pandemiebedingte Einschränkungen und Reisende mussten einen negativen COVID-Test vorlegen.
Nach der Entscheidung verlangte Suleimans Anwalt Helgi Þorsteinsson Silva, dass für vergleichbare Fälle das gleiche gelte. Der Berufungsausschuss hatte die Urteile gestern veröffentlicht.

“Es gibt mehr als 20 Urteile und mehr als zehn Personen, deren Fall wiederaufgenommen wurde, weil ihre Lage ähnlich war wie im Al Masr Fall. Für viele von ihnen bedeutet diese Entscheidung, dass ein Asyl in Island eher wahrscheinlich ist,” sagte Helgi RÚV gegenüber.
Insgesamt, so glaubt Helgi, gibt es um die 100 Asylbewerber mit den gleichen Voraussetzungem für eine Wiederaufnahme ihres Gesuchs.

“Interessant ist jedoch, dass viele der Asylbewerber schon abgeschoben worden sind, und manche von ihnen wurden bereits verhaftet und sitzen im Gefängnis.” Viele sässen auch in Flüchtlingslagern in Griechenland und würden es schwierig finden, nach Island zurückzukehren, um vor dem Amt für Einwanderung zu erscheinen. Mancher, der sich in Griechenland als Asylbewerber aufhielt und nicht über gültige Visa verfügte, sei mit griechischen Reisedokumenten nach Island eingereist. In manchen Fällen sei die Gültigkeit dieser Dokumente erloschen, und es dauere lange, solche Papiere neu auszustellen. Helgi weist darauf hin dass das griechische Flüchtlingsmanagement ohnehin am Rande des Zusammenbruchs stehe.

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