Abschiebung palästinensischer Kinder ausgesetzt Skip to content
Photo: Screenshot RÚV. Yazan and Sameer, children from Palestine..

Abschiebung palästinensischer Kinder ausgesetzt

Die beiden palästinensischen Kinder, die aus Island abgeschoben werden sollten, erhalten nun eine erneute Prüfung ihres Asylantrags, berichtet RÚV. In der vergangenen Woche hatte der Berufungsausschuss für Einwanderung und Asylfragen die von der Ausländerbehörde geplante Abschiebung der beiden Jungen ausgesetzt. Der 12-jährige Sameer und der 14-jährige Yazan waren im April mit ihrem 30-jährigen Onkel nach Island gekommen. Der Onkel soll nun alleine abgeschoben werden.

Grosse Sorge um Familien
Yazans Pflegemutter Hanna Simónardóttir sagt, die Entscheidung, den Asylantrag der beiden Jungen erneut zu prüfen, sei eine grosse Erleichterung. „Aber es hat auch einen Schatten auf die Tatsache geworfen, dass ihr Onkel, der sie begleitet hat und ihr einziger noch lebender Verwandter ist, nun abgeschoben wird.“ Das Warten auf die Entscheidung sei ihr schwergefallen. Hanna drängt die isländische Regierung, die Abschiebung von palästinensischen Asylbewerbern auszusetzen und die bereits beschlossenen Familienzusammenführungen auch durchzuführen.
Die Familien der Jungen befinden sich in Gaza, und während die beiden auf eine Entscheidung in ihrem Fall warten, können sie keine Visa für eine Zusammenführung ihrer Familien beantragen.
„Die Jungen machen sich sehr grosse Sorgen um ihre Familien,“ sagt Hanna. „Sie haben seit fünf Tagen nichts mehr von ihnen gehört, und mit jedem Tag, an dem sie nichts hören, wächst die Sorge. Und wir wissen ja alle, dass die Leute aus Gaza in Konzentrationslagern sitzen, und jede Stunde kann da entscheidend sein, um diese Leute dort lebend herauszuholen.“

Abschiebung nach 30 Tagen
Ahmed, der Onkel der beiden Jungen, war gestern von der Ausländerbehörde benachrichtigt worden, dass er in 30 Tagen abgeschoben wird und schon jetzt weder Wohnraum noch Anspruch auf irgendwelche Leistungen oder juristische Hilfe hat.
Hanna drängt die Behörden, im Fall der beiden Jungen mehr Tempo vorzulegen, die Abschiebung von palästinensischen Asylbewerbern in Island auszusetzen und der Familienzusammenführung mithilfe von bereits genehmigten Visa nicht länger im Weg zu stehen.

Protest vor dem Parlament
Seit dem 27. Dezember demonstrieren Palästinenser und ihre Unterstützer vor dem Parlament in Reykjavík. Die Gruppe stellt drei Forderungen: die Familienzusammenführungen, für die bereits genehmigte Visa vorliegen, endlich in die Wege zu leiten, als zweites ein Treffen mit dem Aussenminister, der Justizministerin und dem Minister für Soziales und Arbeitsmarkt. Als drittes fordern sie, die Abschiebung von in Island lebenden Palästinensern einzustellen und ihnen internationalen Schutz zu gewähren.

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