Wilson Shaw Havarie: Lotsenpflicht für Schiffe angemahnt Skip to content

Wilson Shaw Havarie: Lotsenpflicht für Schiffe angemahnt

By Dagmar Trodler

Pollution fence around Wilson Skaw
Photo: Guðmundur St Valdimarsson. Pollution fence around Wilson Skaw.

Für die Gewässer rund um Island stehen zuwenig digitale Schiffahrtskarten zur Verfügung, daher geht der Gesetzgeber davon aus, dass sich Lotsen an Bord der Schiffe auf dem Weg zum oder vom Hafen befinden. Nach der Havarie der Wilson Shaw im Fjord Húnaflói im vergangenen Jahr hat der Untersuchungsausschuss für Verkehrsunfälle das Infrastrukturministerium jetzt darauf hingewiesen, dass eine Verordnung für die Gewässer- und Lotsenpflicht von Schiffen geschaffen werden müsse.

Liste über Ortskundige und Lotsen fehlt
Die Verkehrsbehörde soll die digitalen Ausgaben der Schifffahrtskarten aktualisieren, damit klar ersichtlich ist, in welchen Gebieten Bedarf an spezieller Ortskunde bestehe, und wo entsprechend Lotsen zu finden seien.
Die Ortskunde ist im Gesetz verankert, allerdings oft nur schwer aufzutreiben, und eine gesetzliche Verpflichtung, einen ortskundigen Lotsen an Bord zu nehmen besteht bislang offenbar nicht.

Im Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses wird daher gefordert, dass die Verkehrsbehörde eine Liste über vereidigte Lotsen für Schiffe auf dem Weg zum oder vom Hafen bereithalten muss. Die Behörde stelle die Lizenzen aus und müsse die Liste der lizensierten Lotsen auch pflegen, letzteres sei in der Vergangenheit jedoch nicht erfolgt, moniert der Ausschuss. Auch eine offizielle Liste über Küstenflieger sei nicht vorhanden, und Informationen darüber, wo man einen lizensierten Lotsen für die isländische Hochsee finden kann, seien nicht zugänglich.

Reederei angemahnt
Des weiteren empfiehlt der Untersuchungsausschuss der von der Havarie betroffenen Reederei Wilson Ship Management AS die internationale Vereinbarung über die faire Behandlung der Besatzung nach Havarie zu befolgen. Seinerzeit hatte der Kapitän der Wilson Shaw seiner Besatzung eine psychologische Betreuung verweigert. Auch die Kommunikation an Bord, vor allem auf der Brücke müsse verbessert werden, so der Abschlussbericht, und empfiehlt die Implementierung des Bridge Resource Management, einem Trainingsplan, der auch für Piloten verpflichtend ist.

Die unter norwegischer Flagge verkehrende Wilson Shaw war im April letzten Jahres bei Ennishöfði im Húnaflói auf Grund gelaufen. Tagelang hatte Gefahr bestanden, dass sie sinkt. Das 4000 Bruttoregistertonnen schwere mit Salz beladene Schiff war auf dem Weg von Hvammstangi nach Hólmavík gewesen. Im Húnaflói gibt es für die Schifffahrt gefährliche Unterwasserschären und Untiefen.

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