Walfangsaison beendet, IFAW fordert internationale Experten Skip to content
Photo: Hard to Port.

Walfangsaison beendet, IFAW fordert internationale Experten

Fünf Finnwale sind in dieser Woche von Fangschiffen zur Zerteilstation in den Hvalfjörður gezogen worden, sie markierten das Ende der diesjährigen Jagdsaison, bei der 139 Wale getötet wurden. Zwischen dem 22. Juni und Anfang September waren 100 Finnwale getötet worden. Nur vier Wochen später waren 39 Exemplare hinzugekommen.

Die isländische Walfangbranche, die eine mehrjährige Pause hinter sich hatte und in diesem Jahr zum ersten Mal wieder im Rahmen der Quote zur Jagd auszog, war gleich zu Beginn der Saison in die Kritik geraten, nachdem Tierschützer Bildmaterial vorlegten, auf denen zu sehen war, dass einige Wale mehrfach mit Harpunen beschossen worden waren, bevor sie schlussendlich verendeten.

Fischereibehörde filmt Jagd, MAST beurteilt Bildmaterial
Die Veterinäraufsichtsbehörde MAST, die für Tierschutzangelegenheiten verantwortlich zeichnet, hatte keinen Grund gesehen, sich in die Jagd einzumischen, obwohl im Tierschutzgesetz verankert ist, dass Wildtiere so schnell und schmerzlos wie möglich getötet werden müssen. Wie die Tierschutzorganisation Hard to Port auf ihrer Facebookseite schrieb, ist das Angebot, der Behörde sämtliches Bildmaterial zur Verfügung zu stellen, unbeantwortet geblieben.
Seit dem 24. August befanden sich auf Initiative der isländschen Fischerei- und Landwirtschaftsministerin Inspektoren der Fischereibehörde Fiskistofa an Bord der Walfangschiffe, um Jagd und Tötung filmisch zu dokumentieren. Das Bildmaterial soll nach Abschluss der Inspektion MAST zur Beurteilung vorgelegt werden.
Die Leiterin der Fischereiaufsicht, Elín B. Ragnarsdóttir, gab mbl.is gegenüber an, seit dem 24. August hätten sich Inspektoren auf allen Fahrten an Bord befunden, bis zum 24. August hätten sie die Jagd auf 15 Prozent aller Wale an Bord mitverfolgt.
Auf die Frage, ob die Fischereibehörde während der Zeit Klagen formuliert habe, verweist Elín auf MAST. Ihre Behörde arbeite derzeit aber an einer Zusammenfassung der Überwachungstätigkeit, die jedoch noch nicht zur Veröffentlichung vorliegt.
Zu Jahresbeginn hatte Ministerin Svandís Svavarsdóttir geäussert, sie sehe nur wenig Grund, die Waljagd nach Ablauf der Jagdlizenz im kommenden Jahrweiter  zu erlauben, unter anderem weil der wirtschaftliche Nutzen für Island schwerlich nachzuweisen sei. Eine Arbeitsgruppe soll noch in diesem Jahr ein entsprechendes Gutachten anfertigen.

IFAW fordert Prüfung durch internationale Experten
Der internationale Tierschutzbund IFAW veröffentlichte turisti.is zufolge gestern eine Erklärung, in der die Organisation den Walfang in Island verurteilt. Quellen des IFAW zufolge sei es bei rund einem Viertel der erbeuteten Wale nicht gelungen, sie mit dem ersten Harpunenschuss zu töten, was ein Hinweis auf die Brutalität dieser Jagd sei.
“Das ist unerträglich, sich vorzustellen, wie sehr diese Tiere leiden. Untersuchungen haben ergeben, dass es bis zu 25 Minuten dauert, bis ein Wal durch die Sprengladung verendet,” kommentierte Sharon Livermore, die Leiterin für Tierschutzangelegenheiten bei Meerestieren. “Ein Wal wurde mit vier Sprengladungen im Körper angelandet. Das zeigt, dass viele Wale einen langen und harten Todeskampf hinter sich haben.”

Ihre Organisation verlangt, dass das Bildmaterial der Fischereinspektoren im Winter der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und von internationalen Experten begutachtet wird, um Transparenz sicherzustellen. “Die Ergebnisse müssen über jeden Zweifel erhaben sein,” sagte Livermore. Die wirtschaftliche Seite des Walfangs müsse mit international anerkannten Methoden bewertet werden. “Dass Japan der einzige Markt ist, und dass man dafür die arktische Schiffsroute für den Fleischtransport öffnen müsse, zeigt, dass der Walfang sich weder wirtschaftlich trägt und noch den Interessen der Isländer dient.”

Vor allem aus der Tourismusbranche war im Sommer reichlich Kritik an der Wiederaufnahme der Waljagd gekommen, aber auch an der Haltung von Kultur- und Tourismusministerin Lilja Alfredsdóttir, die den Walfang unterstützt.

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