Walfangaktivistinnen im Mastkorb gaben nach 33 Stunden Protest auf Skip to content
Protest
Photo: Protestor perched atop whaling ship (Screenshot from RÚV).

Walfangaktivistinnen im Mastkorb gaben nach 33 Stunden Protest auf

Die beiden Walfangaktivistinnen, die gestern in die Mastkörbe der beiden Walfangschiffe Hvalur 8 und Hvalur 9 geklettert sind und über Nacht dort ausgeharrt hatten, haben ihren friedlichen Protest nach 33 Stunden aufgegeben, berichtet RÚV.
Bei Vísir ist zu sehen, wie die Polizei den beiden Frauen beim gesicherten Abstieg behilflich ist. Eine der beiden Frauen war seit gestern Morgen ohne Wasser, Proviant und Mobiltelefon gewesen, nachdem ein Polizist ihr den Rucksack weggenommen hatte.

Jegliche Versuche von Land aus, ihr Wasser oder Nahrung zukommen zu lassen, war von den Ordnungshütern unterbunden worden. Es hiess, sie könnten sich Wasser und Essen abholen, wenn sie nach unten kletterten. Am Vormittag wollte ein Krankenwagen vorfahren, doch auch der musste das Gelände verlassen, wie zuvor mit dem Argument, wenn eine der beiden Frauen mediznische Hilfe benötige, müsse sie nur aus dem Mastkorb nach unten klettern. Für den stellvertretenden Leiter der Hauptstadtpolizei, Ásgeir Þór Ásgeirsson, hätten die beiden Frauen keinen bürgerlichen Ungehorsam gezeigt, sondern Hausfriedensbruch begangen.
Die beiden Frauen waren separat in zwei Polizeifahrzeugen weggebracht worden. Ásgeir Þór gab an, man werde sie verhören und dann könnten sie ihrer Wege gehen. Eine dritte Frau, die am Nachmittag festgenommen wurde, weil sie unter der Absperrung hindurch auf das Schiff zugehen wollte, klagte Vísir gegenüber, die Polizei habe unnötige körperliche Gewalt angewandt und ihr blaue Flecken zugefügt.

Die Sprecherin der Walschutzorganisation Hvalavinir, Valgerður Arnadóttir, sagte RÚV gegenüber, mit der unterlassenen Hilfeleistung für die beiden Demonstrantinnen habe ganz klar eine Menschenrechtsverletzung stattgefunden. Von Seiten der Polizei heisst es, ein Bewohner sei nicht verpflichtet, einen Einbrecher mit Wasser und Essen zu versorgen.
Margrét Steinarsdóttir, die Geschäftsführerin des Büros für Menschenrechte, sagte Vísir gegenüber, bei der gewaltsamen Beschlagnahmung des Proviants könne es sich schon um eine Verletzung der Menschenrechte handeln. Auch müse geprüft werden, ob die Polizei nach dem Prinzip der Verhältnismässigkeit gehandelt habe. Ihrer Ansicht nach habe die Polizeiaktion in einer rechtlichen Grauzone stattgefunden und gehöre daher untersucht.

Hvalur-Geschäftsführer Kristján Loftsson kündigte an, die beiden Frauen wegen Hausfriedensbruchs anzuzeigen. Bedingt durch das immer noch schlechte Wetter werden die Walfangschiffe erst morgen auslaufen, sie befinden sich allerdings schon auf dem Weg in den Hvalfjörður, um dort Ausrüstung zu laden

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