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Vulkanausbruch auf Reykjanes hat begonnen

Am Fagradalsfjall auf der Halbinsel Reykjanes hat sich um 20.45 Uhr ein Vulkanausbruch ereignet. Einwohner des Ortes Grindavík hatten eine rote Wolke am Nachthimmel gesehen, genau über der Stelle wo die Magmabewegung in den vergangenen Wochen beobachtet worden war.

Der diensthabende Wissenschaftler beim isländischen Wetterdienst, Bjarki Kaldalóns Friis, bestätigte, dass der Ausbruch begonnen hat. Beim Wetterdienst waren Telefonanrufe eingegangen, in denen von der roten Wolke und von Tremor berichtet wurde. Satellitenbilder bestätigten ebenfalls, dass der Ausbruch begonnen hat. Ein Hubschrauber der isländischen Küstenwache ist unterwegs in das Gebiet, die Einsatzleitung von Zivil- und Katastrophenschutz hat ihr Quartier am Skógarhlíð bezogen. Inzwischen ist auch ein Flugzeug der Isavia mit Geologen an Bord auf dem Weg in das Gebiet.
Auf der Halbinsel sind die ersten Strassen aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Das Fliegen von Drohnen  ist nicht gestattet. Die Polizei bittet die Einwohner, zuhause zu bleiben. Auf Vísir und RÚV findet man aktuelle Fotos.

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Der Ausbruch hat sich nicht am Fagradalsfjall, sondern im östlich davon gelegenene Geldingadalur ereignet. Damit wird er den Namen Geldingadalsausbruch erhalten. Das Tal liegt ebenfalls weit entfernt von jeglicher Behausung und ist nicht an das Strassennetz angebunden.
Der Bürgermeister von Grindavík kommentierte, niemand habe an diesem Abend mit einem Vulkanausbruch gerechnet. In den letzten beiden Tagen hatte sich die seismische Unruhe in der Region gelegt.
Auf der Reykjanesbraut in Richtung Flughafen hat sich eine Autoschlange gebildet, überall versuchen Menschen die vulkanische Wolke mit eigenen Augen zu sehen. Bewohner von Þorlákshöfn sollen sich im Haus halten, weil der Westwind giftige Gase über den Ort tragen könnte.

Das erste Foto vom Ausbruch gibt es auf Twitter, aus dem Hubschrauber der Küstenwache aufgenommen. Die Länge der Spalte wird auf 200 Meter geschätzt.

Hier gibt es ein Video aus dem Flugzeug der Isavia. Die Spalte wird inzwischen auf mehr als 500 Meter geschätzt. Wegen der Gasentwicklung sollten empfindliche Menschen sich im Haus aufhalten. Die Schule in Krýsuvík ist vorsichtshalber evakuiert worden. Weitere Evakuierungen sind vorerst nicht geplant.

https://www.facebook.com/watch/?ref=external&v=1591514964571078

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Bislang kann der Flugverkehr stattfinden. Gegen halb eins heute Nacht soll ein Flugzeug landen, gegen ein Uhr ist ein Abflug geplant. Der Wetterdienst arbeitet derzeit an Asche- und Gasvorhersagen, man geht nicht davon aus dass der Flugverkehr beeinträchtigt wird. Die Fluggesellschaften entscheiden RÚV zufolge selber, ob sie fliegen oder nicht.
Inzwischen ist der Schwefelgeruch bis in die Bergregionen von Árnessysla im Südwesten Islands vorgedrungen.

Für morgen könnte in der Hauptstadt mit einer Schwefeldioxidbelastung zu rechnen sein. Nähere Informationen soll es in den Morgenstunden geben.

update 1.30 Uhr
Der Geophysiker Magnús Tumi Guðmundsson ist mit dem Flugzeug über die Ausbruchsstelle geflogen. Er bezeichnet den Ausbruch als sehr klein und “kümmerlich”, und die Lava komme nicht richtig voran. Geldingadalur sei die beste Stelle für den Ausbruch, in dem Tal gebe es genügend Platz für die Lava. Bis zum Suðurstrandavegur, der gestern wegen erdbebenbedingter Schäden gesperrt werden musste, sind es hingegen nur 2,6 Kilometer.
Auch andere Experten halten den Ausbruch für wenig bemerkenswert und klein.

 

Wir aktualisieren diese Nachricht mit dem Gang der Ereignisse.

 

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