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Photo: Dagmar Trodler.

Viele wetterbedingte Rettungseinsätze im Hochland

Das kalte Wetter der vergangenen Tage hat Rettungskräften und Wanderern im Hochland zu schaffen gemacht. Nur wenig habe gefehlt, so einer der Retter, dass die Flitterwochen eines ausländischen Paares in einem Unglück geendet wären, als die beiden in der vergangenen Woche bei Unwetter vor Erschöpfung nicht mehr weiterkonnten.
„Ich würde sagen, das war Lebensrettung,“ erinnert sich Arnaldur Haraldsson vom Rettungstrupp Súlur. „Wir haben ein junges Paar geholt, das im Hochland in den Flitterwochen war. Die waren klatschnass und erschöpft und hatten sich aufgegeben. Ein anderer Tourist war zu ihnen gestossen und hat versucht, sie vorwärts zu scheuchen, als wir dort ankamen.“

Allein in der vergangenen Woche war die Hochlandwacht unter Leitung der Ortsgruppe Súlur für um die 25 Rettungseinsätze ausgerückt. Seit gut 10 Jahren teilen sich Teams der freiwilligen Retter aus dem ganzen Land die Einsätze der Hochlandwacht. Von Anfang Juli bis Mitte August stehen sie an Stützpunkten an der Fjallabakroute, auf der Sprengisandpiste und nördlich des Vatnajökull bereit, um Touristen mit Informationen zu versorgen, Hilfe zu leisten oder Rettungseinsätze zu fahren, denn dank Mietwagen und Hauptsaison ist das Hochland im Sommer voller Besucher. Und nicht jeder ist ausreichend vorbereitet.
Im Fall des Flitterwochenpaares sei es ausschlaggebend gewesen, dass sich die Ensatzkräfte bereits im Hochland befanden, sagt Arnaldur. “Das sind so lange Wegstrecken für die Retter, die ansonsten aus den Dörfern hätten kommen müssen, und ich bin mir nicht sicher, ob die noch rechtzeitig gekommen wären.”

Ausländische Besucher oft schlecht ausgerüstet
Arnaldur zufolge sind es meistens ausländische Reisenden, denen die Hochlandwacht zu Hilfe kommen muss. Isländer, die sich auf den Weg in die Berge machten, wüssten in der Regel, mit was sie zu rechnen hätten, aber Ausländer seien oft schlecht vorbereitet, sowohl was Wetter als auch andere Umstände angehe.
“Oft kommt es vor, dass die Leute schlecht gekleidet sind, kein geeignetes Schuhwerk tragen, die laufen dann mit Turnschuhen durch den Sand und über die Lava. Die Leute rutschen aus und fallen und verletzen sich, wenn du nämlich durch die Lava wanderst, braucht es nur wenig, um sich Schrammen zuzuziehen wenn man fällt.”
Bei den 25 Einsätzen, die Arnaldur mit seinen Leuten letzte Woche von Landmannalaugar aus gefahren hat, war alles mögliche dabei, sagt er. “Den Leuten Strom fürs Handy geben, verknackste Köchel versorgen, oder Leute aus dem Hochland holen.”

Auto aus der Steinholtsá gefischt
Im Langidalur im Naturparadies Þorsmörk mussten die Rettungskräfte gestern Abend ausrücken, weil ein im Fluss Steinholtsá festsitzendes Fahrzeug gemeldet worden war. In dem Mietwagen befanden sich zwei Männer, die in der starken Strömung nicht an Land kamen. Der Hüttenwart musste mit dem Traktor in den Fluss fahren und die beiden aus ihrer nassen und kalten Misere holen. Das Fahrzeug wurde aus dem Wasser gezogen, es ist jedoch nicht mehr benutzbar. Wasserschäden dieser Art sind nicht versichert, und der Verursacher muss den Schaden komplett selber tragen.

Vor vier Jahren war eine Touristin in der Steinholtsá ertrunken, nachdem ihr Auto bei der Querung von starkenr Strömung mitgerissen worden war und sie sich, anders als ihr Mann, nicht ans Ufer hatte retten können.
Vor drei Jahren war ein ganzer Bus in der Steinholtsá steckengeblieben, damals kam jedoch niemand zu Schaden.

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