Treibholz gehört ab 2060 der Vergangenheit an Skip to content

Treibholz gehört ab 2060 der Vergangenheit an

Treibholz an isländischen Stränden wird einer neuen internationalen Untersuchung zufolge um das Jahr 2060 der Vergangenheit angehören, berichtet Fréttablaðið. In den vergangenen 30 Jahren sind ohnehin immer weniger Baumstämme angeschwemmt worden, weil das Holz im Produktionsland Russland besser genutzt wird, und weil sich das Meereseis verringert.

Die Ergebnisse der Untersuchung waren in der neusten Ausgabe der Zeitschrift Global and Planetary Change veröffentlicht worden. An dem Projekt waren Forscher aus der Tschechien, Russland, Grossbritannien, der Schweiz, und mit Forstwirt Ólafur Eggertsson auch aus Island beteiligt.
Unter anderem hatten die Forscher Herkunft und Jahresringe der Treibholzstämme untersucht, die in den Jahren 1989 und 2019 am Strand von Langanes abgeschwemmt wurden.
Das meiste Treibholz stammt demnach aus dem Gebiet des Jenissei in Zentralsibirien, zum grössten Teil aus Abholzungen, und nur 17 Prozent waren Bäume, die aus anderen Gründen gefällt wurden.

Bauholz aus dem Meer
Lange Zeit war das Treibholz ein wichtiger Bestandteil im isländischen Alltag, wo Holz Mangelware war. Isländer holten sich ihr Baumaterial für Häuser und Schiffe daher am Strand. Nach dem Fall der Sowjetunion wurde die Holzwirtschaft in den Nachfolgestaaten besser organisiert, mit dem Ergebnis, dass weniger Baumstämme den Weg ins Meer fanden.
Von den Abholzungsgebieten in Russland legt ein Baum um die 1000 Kilometer bis nach Island zurück, dafür braucht er mehrere Jahre. Und er benötigt Meereseis, welches länger als ein Jahr besteht, um den Baumstamm nach Westen an die isländische Küste zu tragen.
Da mit der Meereserwärmung das Meereseis jedoch immer weiter zurückgeht, verliert das Treibholz seine “Fähre” und wird aller Wahrscheinlichkeit auf dem Weg versinken.

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

* indicates required

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter