Tödlicher Unfall im Eyjafjörður: Taucherkrankheit durch zuviele Tauchgänge Skip to content
Photo: Hjalteyri. Dagmar Trodler.

Tödlicher Unfall im Eyjafjörður: Taucherkrankheit durch zuviele Tauchgänge

Ein Amerikaner um die 70 Jahre, der im September 2019 beim Tauchgang im Eyjafjörður ums Leben kam, ist Obduktionsergebnissen zufolge an der Taucherkrankheit gestorben. Er hatte sich zusammen mit anderen Tauchern unter Leitung von erfahrenen Tauchlehrern und Guides auf dem Tauchgang befunden.
Der Unfall war vom Untersuchungsausschuss der Verkehrsbehörde geprüft worden. Als Ursache für den tödlichen Unfall gilt dem Untersuchungsbericht zufolge, dass die Regeln für sicheres Tauchen nicht genaustens befolgt wurden. Der Ausschuss fordert die Tauchunternehmen auf, ihren Kunden klarzumachen, dass eine realistische Einschätzung des Gesundheitszustandes vorliegen muss, um ihre Sicherheit garantieren zu können.

Taucher ging zu früh an die Wasseroberfläche
In dem Boot hatten sich sechs Taucher befunden, die von Hjalteyri aus aufgebrochen waren, um submarine Geysire zu besuchen, berichtet RÚV.
Der Amerikaner verliess zusammen mit einem weiteren Hobbytaucher und einem Taucherguide das Boot als Erster. Zunächst wurde auf 17 Metern Tiefe getaucht, dann auf 32 Metern Tiefe, dort verweilten die Taucher etwa 20 Minuten. Alle drei Taucher begaben sich dann an der Leine wieder nach oben, auf fünf Metern Tiefe wurde regelkonform ein Sicherheitsstopp zur Druckentlastung eingelegt.

In dem Bericht heisst es, dass der Mann jedoch nach bereits zwei bis drei Minuten wieder aufgetaucht sei. Der andere Tauchgast wartete die vorgeschriebenen fünf Minuten. Er gab an, es habe so ausgesehen, als ob der Amerikaner kein Wasser mehr getreten habe und die Oberfläche fast bewegungslos schwebend erreicht hätte. Der Bootsguide hingegen gab an, der Mann sei an die Wasseroberfläche gekommen und habe Zeichen gegeben, dass alles in Ordnung war. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass da doch etwas nicht stimmte, und der Taucher wurde bewusstlos an Bord gezogen. Die Wiederbelebungsversuche zeigten keine Wirkung, der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Taucherausrüstung, Weste und Tauchmaske waren entfernt worden, als der Mann an Bord gezogen wurde, die Gegenstände sanken ins Wasser und konnten bis heute nicht gefunden werden.

Sieben Tauchgänge in neun Tagen
Als Todesursache wurde per Obduktion die Taucherkrankheit festgestellt, in deren Folge der Mann verstarb. In dem Bericht heisst es, der Mann sei in neun Tagen siebenmal getaucht, davon die letzten drei Tauchgänge an zwei Tagen und zwei Tauchgänge an einem Tag.
Medizinischer Expertenmeinung zufolge sollen immer 24 Stunden zwischen zwei Tauchgängen liegen. Die Zeit zwischen den Tauchgängen des Mannes sowie die Tiefe des Tauchganges erklärten, warum ihn die Taucherkrankheit ereilte. Zudem sei er zu schnell aufgetaucht. Es bestehe der Verdacht, dass er da die Symptome der Taucherkrankheit bereits verspürte und nicht zurechnungsfähig war.

Die Küstenwache schrieb in ihrem Expertengutachten, dass den Tauchdaten nach nichts auf Unregelmässigkeiten hinwies, ausser einer möglichen Müdigkeit des Tauchers.
Der Ausschuss vermutet die Unfallursache darin, dass aller Wahrscheinlichkeit nach die Sicherheitsregeln nicht auf das Genauste befolgt wurden. Alles deute darauf hin, dass der Tod des Mannes durch die Taucherkrankheit verursacht wurde, die darauf zurückzuführen sei, dass zuwenig Zeit zwischen den Tauchgängen vergangen war, und die Zeit beim Druckentlastungsstopp zu kurz ausfiel. Sicherheitsvorschriften müssten auf das genauste befolgt werden, und die Angaben der Kunden zu Gesundheit und Vorgeschichte müssten realistisch sein, um ihre Sicherheit und die der anderen nicht zu gefährden.

 

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