Scrapie: Neue ARR-Linie beschleunigt Verbreitung des schützenden Gens Skip to content
Photo: Dagmar Trodler.

Scrapie: Neue ARR-Linie beschleunigt Verbreitung des schützenden Gens

Bei Schafen in den Dalir in Westisland ist ein neuer Bestand mit dem schützenden Genotyp gegen Scrapie gefunden worden, wobei keins der Tiere mit zuvor entdeckten Zuchttieren, die diese Genvariante in sich tragen, verwandt ist. Ein Schafzuchtberater bezeichnete dies als Glücksfall, weil es die Verbreitung der schützenden Genvariante im isländischen Schafbestand beschleunige.

Zufallsfund aus anderem Anlass
Auf dem Hof Vífilsdalur in den Dalir war kürzlich bei einem Mutterschaf und ihrem Lammbock der gegen Scrapie schützende Genotyp ARR gefunden worden. Der Widder mit Namen Vörður ist nicht mit den Schafen vom Hof Þernunes verwandt, wo der Genotyp zuvor gefunden worden war, berichtet RÚV.
Hörður Hjartarson hatte die Linie per Zufall entdeckt. Auf seinem Hof hatte es mehrere Schafe aus nicht-reinerbigen ARR-Böcken gegeben, und Hörður hatte seine Schafe testen lassen, um zu schauen, ob sie das Allel weitergeben. Dabei stellte sich heraus, dass ein ganz anderer, nicht mit ihnen verwandter Widder in der Herde ARR-Träger war. „Zuerst dachte ich, dass da ein Fehler vorliegt und die Proben vertauscht worden seien, aber wir haben das dann mit einer weiteren Probe bestätigt.“ erzählt Hörður. Auch die Mutter des Widders ist ARR-Trägerin, was beweist, dass es sich hier um eine neue, unabhängige Linie handelt.

Eyþór Einarsson, ein Zuchtberater beim landwirtschaftlichen Beratungszentrum, hält die Entdeckung für einen Glücksfall. „Das erleichtert die Zuchtarbeit und die nächsten Schritte erheblich.“ Derzeit wird in Island hart daran gearbeitet, schützende und potenziell schützende Genotypen in den isländischen Schafbestand hineinzuzüchten.

Þernunes galt als alleiniger ARR-Ursprung
RR ist der Genotyp, der in Europa verwendet wird und am meisten untersucht wurde, aber bei isländischen Schafen wurden auch andere Varianten gefunden, die möglicherweise vor der tödlichen Scrapie-Krankheit schützen: T137, N138 und C151.
Bislang hatte die gesamte Zucht mit vor Scrapie schützenden Genen auf den ARR-Trägern des Hofes Þernunes basiert. Bei einer so kleinen Vererbergruppe besteht immer die Gefahr, die genetische Vielfalt des Gesamtbestandes zu riskieren. Mit dem Fund von Vífilsdalur könnten Züchter nun viel früher reinerbige Widder züchten, was in den vergangenen zwei Jahren nicht möglich gewesen war. “Die sind alle mischerbig gewesen,” sagt Eyþór, “was bedeutet, dass es nur eine 50%ige Chance dafür gibt, dass sie das Gen weitervererben.”

Zucht mit hohem Tempo
Die neue Zuchtlinie von Vífilsdalur weckt auch wieder die Hoffnung, dass man vielleicht doch noch weitere Schafe mit dem ARR-Gen findet. Zwei Jahre ist es her, dass die ARR-Schafe auf Þernunes gefunden worden waren, und so langsam hatte niemand mehr so recht daran geglaubt, dass sich diese Variante noch anderswo im Land würde finden lassen.
So hatte die Marschroute gelautet, die Zucht mit dem vorhandenen Genmaterial so schnell wie möglich voranzutreiben und mit Fokus auf die besonders gefährdeten Gebiete, wo Scrapie immer wieder auftritt. Damit hätten dann nach 20 Jahre mindestens 75% des Gesamtbestandes die schützende Genvariante getragen.

Genvarianten schützen auch vor Keulung
Nun also könnte es doch noch schneller gehen. Bis vor kurzem war ein Landwirt, bei dem Scrapie diagnostiziert wurde, gezwungen gewesen, seinen gesamten Bestand zu keulen, ausserdem hätte er umfangreiche Reinigungsarbeiten durchführen müssen und hätte dann erst nach zwei Jahren wieder Schafe halten dürfen. Die Landwirtschaftsministerin hatte die Bestimmungen kürzlich dahingehend geändert, dass alle Schafe mit schützenden und möglicherweise schützenden Genvarianten von der Keulung ausgenommen werden können.

 

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