Schneesturm an Weihnachten: Touristen fahren trotzdem Skip to content
Photo: Dagmar Trodler.

Schneesturm an Weihnachten: Touristen fahren trotzdem

Seit dem Morgen des 24.12 schneit es in Island wieder unaufhörlich, nachdem nach dem Schneesturm am vergangenen Wochenende ein wenig Ruhe eingekehrt war. Schon gestern Abend setzte der Schnee im Süden des Landes viele Menschen in ihren Häusern fest, und den Landsleuten war geraten worden, sich früher als normal auf den Weg zu Verwandten zum Weihnachtsfest zu begeben. Der meiste Schnee war für das Südland und den Südosten erwartet worden, und zuverlässig stellte er sich auch ein. Seit heute herrscht in weiten Teilen wieder Ausnahmezustand.
Die Region um den Mývatn ist für den Verkehr gesperrt, zwischen Egilsstaðir und Reyðarfjörður, sowie die Ringstrasse zwischen dem Markarfljót und Kirkjubæjarklaustur. Im Osten des Landes herrscht auch eine extreme Kälte, am Flughafen von Egilsstaðir wurden -21 Grad Frost gemessen.

Grosseinsatz der Rettungskräfte
Zahlreiche freiwillige Helfer der Rettungsteams verbrachten ihr Weihnachtsfest statt mit der Familie unterm Weihnachtsbaum draussen im Schnee, um festsitzenden Reisenden zu helfen. Bei Pétursey war ein Reisebus mit 30 Touristen durch die Strassensperrung gefahren und hatte aus dem Schnee gezogen werden müssen, was kein leichtes Projekt ist. Auf dem Rückweg ignorierte der Fahrer erneut die Sperrung und benötigte auch diesmal die Hilfe der Bergrettung.
Allein in Vík sind gestern tagsüber und bis in die Nacht hinein rund 50 Einsätze wegen festsitzender Mietwagen gefahren worden, und auch im Nationalpark Þingvellir mussten Touristen ausgegraben werden.
An die 150 Touristen waren im Süden in Schwierigkeiten geraten und benötigten Hilfe, und so mancher Mietwagen sass auf gesperrter Ringstrasse fest, nachdem er die bemannte Sperrung durchfahren hatte. Schliesslich war die Sperrung der Ringstrasse ab dem Markarfljót bis nach Kirkjubæjarklaustur gefolgt, und Mitarbeiter der Polizei hatten den Streckenposten helfen müssen, die Sperrstationen zu bemannen. Genutzt hat dies jedoch wenig.
Der Gebietleiter des Südlands, Jón Herrmansson, gab RÚV gegenüber an, so mancher Tourist habe die Streckenposten beinahe umgefahren, und es habe auch unverschämte Äusserungen gegenüber Rettungsmitarbeitern und Polizisten gegeben.

Retter müssen Wanderer im Schneesturm suchen
Am späten Nachmittag mussten die Freiwilligen schliesslich bei heftigen Schneesturm nach zwei Gruppen Touristen suchen, die sich von ihrem Hotel im Reynishverfi aus auf eine Wanderung zum Strand Reynisfjara begeben und die Orientierung verloren hatten. Von Landsbjörg hiess es, der Schneesturm sei so stark gewesen, dass man nicht einmal die Spezialfahrzeuge der Einheit zum Hotel hatte bringen können, um damit nach den Leuten zu suchen.
Zur gleichen Zeit warteten Dutzende von Touristen in der gleichen Region darauf, aus ihren festsitzenden Mietwagen geholt zu werden.  Gegen Abend konnten die Schneewanderer gefunden werden und wurden im Hotel und auf einem Bauernhof untergebracht.

Ein Hotelmitarbeiter aus Vík meinte Vísir gegenüber, viele Touristen würden Islands Natur nicht respektieren, und man sei bass erstaunt gewesen, wie wenig Absagen gebuchter Zimmer es am Tag vor Weihnachten gegeben hatte, obwohl die Wettervorhersage ganz klar schlecht gewesen sei. Viele der Besucher feierten kein Weihnachten und wollten Schnee und Nordlicht erleben. Den Schnee hätten sie nun zur Genüge bekommen, und gestresst sei kaum einer wegen des Schneesturms.
Schliesslich meldet mbl.is am Abend, dass am Reynisfjall eine Schneelawine abgegangen und drei Fahrzeuge von Einheimischen unter sich begraben habe.
Das eisige Schneewetter soll auch die kommenden Tage anhalten, und Touristen tun gut daran, ihre Reisepläne entsprechend anpassen, denn auch die Räumarbeiten benötigen Zeit und Mannschaft, zumal vielerorts festsitzende Fahrzeuge ein Vorankommen der Schneepflüge erschweren.

 

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