Schneehuhnsaison beginnt, diesmal ohne Beschränkungen Skip to content

Schneehuhnsaison beginnt, diesmal ohne Beschränkungen

Gestern hat in Island die Jagdsaison auf Schneehühner begonnen. Bis zum 21. November kann an allen Tagen ausser Mittwochs und Donnerstags Jagd auf die auffällig weissen Vögel gemacht werden, und anders als in den vergangenen Jahren gibt es diesmal keine Begrenzung, wieviele Schneehühner ein Jäger erlegen darf. Ein Schneehuhnjäger in Egilsstaðir sagte RÚV gegenüber, am ersten Jagdtag seien die Wetterbedingungen schwierig gewesen.

Bestand kann saisonale Jagd aushalten
Obwohl sich der Schneehuhnbestand seit letztem Jahr erholt hat, rät die Umweltagentur den Jägern zu einer verantwortlichen Jagd. Einzige Beschränkung in diesem Jahr ist jedoch lediglich die Jagdpause an Mittwoch und Donnerstagen.
RÚV berichtet dass die diesjährige Schneehuhnjagd auf umfassenden wissenschaftlichen Daten basiert. Dabei wird ein Model genutzt, das aus Daten der vergangenen 20 Jahre erstellt wurde. Demnach kann der Bestand 25 Jagdtage aushalten, ohne unter den Durchschnitt dieser Jahre zu fallen. Anders als in den Vorjahren, wo Jäger angewiesen wurden, nicht mehr als drei bis sechs Schneehühner zu erlegen, kann jeder Jäger in diesem Jahr soviele Schneehühner schiessen wie er mag.
Bjarni Jónasson, der Teamleiter des Wildtiermanagemants bei der isländischen Umweltbehörde, sagte RÚV, der Bestand sei seit letztem Jahr um 33% gewachsen. Trotz regionaler Unterschiede sehe das alles sehr positiv aus. Dennoch seien alle Jäger angehalten, verantwortlich zu jagen.

Kein Wetter für die Jagd
Þorhallur Borgarsson aus Egilsstaðir sammelt im Mai Birkensprossen, um sein Weihnachtsschneehuhn zu würzen. Als RÚV mit ihm sprach, war er nicht in Eile, seinen Arbeitsplatz am Flughafen von Egilsstaðir zu verlassen.
“Wenn man sich die Wetterverhältnisse anschaut, ist das nicht gerade ideal für die Jagd. Es ist windig draussen, die Vögel halten sich versteckt, möglicherweise zwischen den Felsen,” erklärte er. Bislang gebe es auch noch keine Schneelinie. “Damit sind die Vögel überall verteilt und schwer zu finden, sie fliegen erst auf, wenn du quasi schon auf sie trittst. Sie sind bei diesem Wetter ziemlich stur und schwer zu finden.” sagt er.
In seiner Region gebe es eine Fülle von Schneehühnern, das hat er während seiner Tätigkeit als Rentierjagdführer und während des Schafabtriebs schon gesehen.
“Ja, die Leute werde ihren Weihnachtsbraten bekommen,” sagt Þorhallur. “Ich bin deswegen nicht besorgt.” Allerdings würde er es befürworten wenn die Jagdsaison nicht auf einen Monat beschränkt würde, damit wären die Jäger flexibler in Bezug auf das Wetter. Jedes Jahr geraten Schneehuhnjäger im Herbst in Notlagen, wenn sie den weissen Vögeln in den Bergen nachstellen und von Unwettern oder Nebel überrascht werden.
Weiterhin verboten ist der Verkauf und Export sämtlicher Schneehuhnerzeugnisse, also Fleisch oder Federn.

Weihnachtsessen der Armen
In früheren Zeiten galt das Schneehuhn als Weihnachtsbraten der Armen, die nichts hatten, was sie für die Festtage opfern konnten.Vor der Einführung des Kochherdes gab es in isländischen Häusern Fleischsuppe an Weihnachten, mit frischgeschlachtetem Lamm, oder Kalb, und wer nichts zu schlachten hatte, jagte sich ein Schneehuhn für die Suppe. Es ging darum, frisches Fleisch auf den Tisch zu bringen, erklärt Jóna Simonía, eine Expertin für Essenstraditionen.

Mit der Moderne mauserte sich der weisse Vogel zum beinahe Teuersten, was man an Weihnachten auf den Tisch bringen konnte, nicht zuletzt weil der Bestand lange als gefährdet galt und die Quote daher beschränkt werden musste. Zeitweise war vor Weihnachten Schneehuhn aus Schottland importiert worden, um die Nachfrage befriedigen zu können. Bei manchem Jäger sitzt der Daumen dennoch locker, ein Bauer aus den Westfjorden brüstete sich zu Jahresbeginn damit
200 Vögel auf einmal erlegt zu haben.

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