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ptarmigan hunter in snow

Schneehuhnjagd eröffnet, Experte mahnt zu Mässigung

Von Anfang November bis zum 30. November ist die Jagd auf rjúpur, die isländischen Schneehühner erlaubt. Nach einem Beschluss des isländischen Umweltministeriums darf an fünf Tagen der Woche, jeweils von Freitag bis Dienstags geschossen werden. Mittwochs und Donnerstags ist die Jagd verboten, berichtet RÚV.

Das Jagdgebiet umfasst wie in den Jahren zuvor den Südwesten des Landes.

In einer Mitteilung des Ministeriums wird darauf hingewiesen, dass es auch weiterhin verboten ist, erlegte Schneehühner zu verkaufen. Die Jäger sind aufgefordert, sich bei der Jagd zu mässigen. Der Minister sei, so heisst es in der Mitteilung, dem Rat der Umweltbehörde gefolgt, welcher in Zusammenarbeit mit dem Naturkundeinstitut, dem Vogelschutzvrband und dem Verband der Jäger erarbeitet worden war.

Das Verkaufsverbot umfasst die Ausfuhr, das Angebot und den Verkauf von Schneehühnern und Schneehuhnerzeugnissen.

Im Mai hatte RÚV berichtet, dass der Schneehuhnbestand ausser in Nordisland im ganzen Land zurückgegangen sei.

Der Vogelexperte Arne Sólmundson, der sich beim Jägerverband um die Jagdkontrolle und Forschung kümmert, hat sich die Vogelstatstiken ein wenig genauer angeschaut. Bemerkenswert ist, dass die Schneehuhnzahl nach Beendigung eines zweijährigen Jagdverbotes im Jahr 2004 um 20 Prozent zurückgegangen ist. Damals waren durchschnittlich 8,4 Junge flügge geworden, in diesem Jahr waren es nur 6,7. Arne sagt, die Jäger träumten immer noch von der Schneehühnfülle aus den Jahren 1955 und 1986, doch diese Zeiten seien vorbei und kämen auch nicht wieder.

Die Frage ist unabhängig von der Jagd, ob es in der Natur überhaupt die Voraussetzung gibt, einen solchen Bestand wieder aufzubauen. Die Antwort ist einfach nein, wenn man sich die Daten anschaut,” sagt er RÚV gegenüber.

Seiner Ansicht nach spielt nicht die Dauer der Jagdperiode eine Rolle, sondern der Zeitpunkt der Jagd. Auch sei nicht der Verlust über die Wintermonate als problematisch anzusehen, sondern eher der Verlust im Sommer, sowie die Überlebensrate von einjährigen Vögeln.

Einen gangbaren Weg, den Schneehuhnbestand vor weiterem Sinken zu bewahren, sieht er in einer Beschränkung der Jagd auf 10 Prozent, statt früher 25 Prozent. Erzielt werden soll dies durch eine später beginnene Saison, durch das Aufbrechen der Woche mit zwei Ruhetagen für die Vögel, sowie durch das Verkaufsverbot der Erzeugnisse. Wenn die Zahlen wieder auf 15 Prozent steigen, müssen wir das System nochmals prüfen.” sagt er.

 

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