Risiko einer unmittelbar bevorstehenden Eruption sinkt weiter Skip to content
Photo: Golli.

Risiko einer unmittelbar bevorstehenden Eruption sinkt weiter

Die Wahrscheinlichkeit eines vulkanischen Ausbruchs auf der Halbinsel Reykjanes innerhalb der nächsten Stunden schwindet immer mehr, heisst es von Seiten des isländischen Zivilschutzes. Die Abteilung für Erdbeben und Naturkatatrophen beim isländischen Wetteramt hatte fünf mögliche Szenarien für die Halbinsel vorgestellt, die unverändert bestehen bleiben. Eins der Szenarien beschreibt einen vulkanischen Ausbruch, der jedoch weder bewohnte Gebiete noch den Luftverkehr bedroht.

Gestern hatten sich seit Mitternacht mehr als 3000 Erdbeben in der Region ereignet, insgesamt wurden seit Beginn der Ereignisse vor einer Woche 20.000 Beben aufgezeichnet. Zur Zeit gibt es keinen Tremor, allerdings wird immer noch nicht unerhebliche seismische Unruhe aufgezeichnet. Experten weisen darauf hin, dass ein Tremor, wie er sich vorgestern gegen 14 Uhr ereignet hatte, sehr ernstgenommen werden muss, weil er auf eine kurz bevorstehende Eruption hindeuten kann.

Zivilschutz und wissenschaftlicher Beirat hatten gestern bei einem Treffen die Erdbebenlage auf der Halbinsel thematisiert. Ihrer Einschätzung nach weisen aktuelle Daten nicht darauf hin, dass sich in den kommenden Stunden ein Vulkanausbruch ereignen wird. Die Seismographen zeichnen immer noch Unruhe in dem Gebiet auf, diese hat sich jedoch nach dem Tremor am Mittwoch verringert. Die seismische Aktivität hat sich auch geografisch leicht verlagert.
Der wissenschaftliche Beirat prüfte die neusten InSAR Satellitenbilder aus dem Zeitraum zwischen dem 25. Februar und dem 3. März. Auf ihnen sind immer noch Hinweise zu finden, dass sich zwischen den Bergen Fagradalsfjall und Keilir eine Magmapassage bildet. GPS Daten stützen diese Theorie, sie zeigen eine relativ konstante Bewegung, auch wenn die sich in den vergangenen Tagen offenbar verlangsamt hat.

GPS Daten und die Satellitenbilder lassen jedoch darauf schliessen, dass es keine verstärkte Magmabewegung seit der seismischen Aktivität vom Mittwoch gegeben hat. Der Beirat bewertet die Daten dahingehend, dass sich die unmittelbare Gefahr einer Eruption in den kommenden Stunden bedeutend verringert hat. Seismische Unruhe und Magmabewegung sollen der Einschätzung nach jedoch weiter anhalten, und eine mögliche Eruption bleibt nach wie vor eins der fünf Szenarien.

In einer Mitteilung des Wetteramtes heisst es, dass Tremor wie der am Mittwoch aufgezeichnete sehr ernstgenommen werden müsste. Solche Phänomene tauchten häufig als Vorläufer von Vulkanausbrüchen auf. Ein Tremor unterscheidet sich von seismischer Unruhe, er erscheint als konstantes Summen in niedriger Frequenz in einer Stärker niedriger als M2, anstatt einer eher unregelmässigen Frequenz und einem plötzlichen Spannungsabfall. Die andauernde Entwicklung müsse intensiv überwacht werden, man müsse auf einen erneuten Tremor wie den vom Mittwoch vorbereitet sein, heisst es in dem Schreiben.

Wissenschaftler vergleichen die Geschehnisse mit den Ausbrüchen des Kraflasystems in den Jahren zwischen 1975 bis 1985, wo die Aktivität aus starker seismischer Unruhe und Magmabewegung bestand, aber auch Tremor wurde damals aufgezeichnet. In einigen Fällen führte dies zu Ausbrüchen, in anderen endete es nicht mit einem Ausbruch.
Heute trifft sich der Beirat erneut, um aktuell vorliegende Daten zu besprechen.

 

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