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Reynisfjara - Vík - suðurland
Photo: Golli.

Reynisfjara: Familie wird von Welle überrollt

Nur einen Tag nach dem tödlichen Unfall am Strand Reynisfjara, bei dem ein älterer Mann ertrank, ist eine ganze Gruppe von Touristen, darunter eine deutsche Familie, von einer Welle überrollt worden. Der Vorfall geschah an genau der gleichen Stelle, an der der kanadische Tourist am vergangenen Freitag ins Meer gerissen worden war.

Diesmal kam niemand zu Schaden, doch offenbar glaubten die Leute, sie könnten an Land schwimmen, falls sie von den Wellen mitgezogen würden.
Reiseleiterin Hrafnhildur Faulk war Augenzeugin des Unfalls und berichtet, dass sie sechs Personen sah, die von den Wellen umgerissen wurden. Fünf schafften es aus eigener Kraft ins Trockene, die letzte Person blieb im Wasser stehen. “Ich wartete darauf, dass er losläuft,” erinnert sich Hrafnhildur, doch der Mann suchte offenbar nach seiner Brille im Wasser.
“Der wirkte ziemlich entspannt, in Anbetracht der Lage. Ich denke, ich wäre doch beunruhigter gewesen.” meint sie. Sie sieht oft, wie Leute sich an dem beliebten Strand in Lebensgefahr bringen, manche laufen sogar mit kleinen Kindern in die Wellen hinein. “Du kannst da natürlich hingehen und was sagen. Aber leider kannst du nichts machen, um das zu verhindern.”

Mitreissender Strand, Schilder unbeachtet
An der Reynisfjara hat es über die Jahre viele tödliche Unfälle gegeben. Meist hatte es ausländische Touristen getroffen, die von mächtigen “sneaker waves” hinaus aufs offene Meer gerissen wurden. Im Mai war ein spanischer Tourist um ein Haar ertrunken, nachdem er für Fotos ins Wasser gewatet war, er konnte sich selbst retten. Letzten November hatte eine junge Chinesin nicht sovie Glück. Vor einigen Jahren war ein chinesischer Tourist von den Basaltfelsen gerissen und zu weit für eine Rettung ins Meer getrieben worden.

Im Jahr 2019 fertigte die Regierung eine Risikoanalyse an und sperrte Teile des Strandes aus Sicherheitsgründen. Viele Besucher ignorierten die Sperrungen. Inzwischen ist fast der gesamte Strand wieder zugänglich und in mehreren Sprachen zu den Risiken beschildert.

Neue Sperrungspläne des Ministeriums
Wirtschafts-und Tourismusministerin Lilja Alfredsdóttir denkt mbl.is zufolge über eine erneute Sperrung nach, denn eine Rechtsgrundlage dafür sei vorhanden. “Hier geht es um die Gefahr einer Rufschädigung, die ich bedenken muss. Das ist ein ganz bestimmtes Gebiet und dort kommt das immer wieder vor.” sagte die Ministerin. Landeigentümer und Nutzniesser hätten es in der Vergangenheit nicht geschafft, das Problem zu beseitigen. Auch Vorschläge für eine verbesserte Infrastruktur eien im Sand verlaufen, weil einige Landeigentümer nicht mitmachen wollten, während andere sich für die Sicherheit der Besucher einsetzen wollten.

 

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