Reykjanes: Ausbruch verlangsamt, Strasse weiterhin in Gefahr Skip to content
Photo: Veðurstofa Íslands, Facebook..

Reykjanes: Ausbruch verlangsamt, Strasse weiterhin in Gefahr

Der Lavaausbruch, der am Samstagabend südwestlich des Stóra-Skógfell auf der Halbinsel Reykjanes losgegangen war, ist auf rund fünf Prozent seiner ursprünglichen Kraft zurückgegangen, berichtet RÚV. Zwei Lavaströme hatten sich in verschiedene Richtungen bewegt, der eine hatte den Grindavíkurvegur überrollt und war vor dem Schutzwall nördlich von Grindavík erstarrt, der zweite fliesst derzeit langsam an der Ostkante entlang. Befürchtungen, letzterer könne den Suðurstrandavegur überrollen und danach das Meer erreichen, haben sich bislang nicht bestätigt, die Gefahr besteht jedoch weiterhin.

Nur noch zwei Schlote fördern Lava
Gestern Abend noch hatten sich Mitarbeiter der Strassenverwaltung auf den Weg zum Nesvegur gemacht, der zu dem Zeitpunkt einzigen Verbindungsstrasse zum evakuierten Küstenort Grindavík, um zu prüfen, ob dort Ausbesserungen vorgenommen werden müssen. Nesvegur war während der schweren Erdbeben im November letzten Jahres in Mitleidenschaft gezogen worden, nun hatte es Hinweise darauf gegeben, dass die Strasse abgesunken sei.

Heute Morgen sind von der einstmals drei Kilometer langen lavafördernden Spalte nur noch zwei bis drei Schlote übriggeblieben, aus denen Lava hervorquillt. Der Geophysiker Magnús Tumi Guðmundsson sagte RÚV am Morgen, der Ausbruch verlaufe offenbar nach dem gleichen Muster wie die vorherigen. Die Bewohner der Region müssten sich damit abfinden, dass solche Ausbrüche dort vorkämen, die Erdgeschichte Islands habe gezeigt, dass derartige Serien zwischen 10 und 30 Jahren andauern können. Effusive Ausbrüche seien längst nicht so gefährlich wie explosive Ausbrüche aus Hauptvulkanen, da spiele vor allem die Fliessrichtung der Lava eine Rolle, und inwiefern sie Infrastrukturen bedrohten.
Er bestätigte dass die Magma stets aus der gleichen Spalte in der Erdkruste emporsteige, und sich erst weiter oben den einfachsten Weg an die Erdoberfläche suche.

Neue Magmasammlung hat begonnen
Kristín Jónsdóttir, die Fachbereichsleiterin für Vulkane beim isländischen Wetterdienst, sagte Vísir am Morgen, es gebe Hinweise darauf dass sich unter dem Svartsengi-Gebiet erneut Magma ansammle. Sie rechne damit, dass der aktuelle Ausbruch innerhalb der nächsten Tage beendet sei.
Diesmal befinde sich der unterirdische Intrusionsgang an ungeeignetem Ort, er liege südlicher als bei den vorausgegangenen Ausbrüche und fliesse damit vom Gelände gefördert nach Westen in Richtung Kraftwerk und Grindavík und nach Süden in Richtung Strasse und Meer. Beides bedroht Infrastrukturen mehr als zuvor.

Zur Zeit steht die Lava rund 100 Meter vom Suðurstrandavegur entfernt. Fachleute haben an der Kante einen Lavasee identifiziert, wenn die Kante bricht, muss damit gerechnet werden, dass eine Flutwelle aus Lava mit grosser Geschwindigkeit die Strasse erreicht. Das Gelände ist aus Sicherheitsgründen weiträumig abgesperrt worden. RÚV berichtet, dass für heute wegen schlechter Sicht kein Überflug des Gebietes geplant ist.

Gasbelastung ist möglich
Die Vulkangruppe Südisland wies gestern Abend darauf hin, dass die Schwefeldioxidverschmutzung durch den Ausbruch die stärkste seit 2021 ist, unter anderem weil die Lavamenge zu Beginn des Ausbruchs rund 1000 Kubikmeter pro Sekunde betragen habe (im Februar waren es nur 600 m3/sek gewesen). Zur Zeit befinde sich die Gaswolke über dem Meer, wo die Schwefelverbindungen mit der feuchten Luft reagieren. Wenn die Wolke dort einige Tage verbleibt und dann an Land geweht wird, kann sich schwefelsäurehaltiger blauer Dunst bilden, wie etwa nach dem Ausbruch am Litla Hrútur im vergangenen Sommer. Vulkantouristen sollten sich der Gefahr bewusst sein und auch der frischen Lava nicht nahekommen.

Notfallstufe falsch interpretiert
In Tourismusgruppen auf Facebook war kritisiert worden, dass die Notfallstufe des Zivilschutzes, die am Samstagabend routinemässig ausgerufen worden war, international falsch interpretiert worden sei. Englischsprachige Medien seien schnell dabei, Island als gefährlichen Ort darzustellen, was sich negativ auf den Tourismus auswirke.
Die Notfallstufe des Zivilschutzes gilt in diesem Fall ausschliesslich für die vom Ausbruch betroffene Region. Sie betrifft Kommunikation und Priorisierung bei den mit Projekten betrauten Einsatzkräften. Einsätze auf dieser Ebene zeichnen sich durch sofortige Maßnahmen zur lebensrettenden Hilfe sowie durch Bemühungen aus, weiteren Schaden zu verhindern. Sie betrifft schwere Unfälle etwa in der Luft- und Schifffahrt, Seuchen, und Naturkatastrophen, bei denen die Gesundheit der Bevölkerung bedroht sein kann.

 

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