Reykjanes: Polizei warnt vor Kraterwanderungen, Lage ungewiss Skip to content
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Photo: Screenshot from Björn Steinbekk video.

Reykjanes: Polizei warnt vor Kraterwanderungen, Lage ungewiss

Die Polizeidirektion in Suðurnes bittet inständig darum, nicht zum Ausbruchsgebiet an den Sundhnúksgígar zu wandern. Jederzeit können sich dort neue lavafördernde Spalten öffnen, oder mehr Lava aus dem aktiven Krater strömen.
Seit letztem November hat sich jedesmal dann ein Ausbruch ereignet, wenn die Magmamenge in der Kammer unter Svartsengi acht bis 13 Millionen Kubikmeter erreicht hatte. Gemessen daran ist die derzeitige Magmamenge mit 10 Millionen Kubikmetern an der Grenze zu einem neuen Ausbruch angelangt.

Lage ist ungewiss
Benedikt Ófeigsson, der Fachleiter für Verwerfungsmessungen beim isländischen Wetterdienst, sagte gestern in den Abendnachrichten, die Lage sei ausgesprochen ungewiss.
„Wir haben das bislang noch nicht erlebt, dass es einen Ausbruch und eine Landhebung zur gleichen Zeit gibt. Daher herrscht nun grosse Ungewissheit darüber, was als nächstes passiert. Am meisten bereitet uns wohl Sorge dass aus dem bestehenden Ausbruch ein weiterer so entsteht wie es begonnen hat,“ erklärte Benedikt. „Dass sich also mit geringer Vorwarnzeit eine zwei bis drei Kilometer lange Spalte öffnet, die erheblich Gefahr mit sich bringt.“ Vor solch einem Geschehen könne man nicht rechtzeitig warnen.
Auch der Professor für Geophysik, Páll Einarsson, äusserte sich besorgt. “Wenn der Druck in der magmagespeisten Kammer zunimmt, würde man erwarten, dass die Eruption nach und nach zunimmt, aber das ist nicht der Fall.“ Weder bei den Vulkangeschehen auf der Halbinsel Reykjanes noch an der Krafla in den Achtzigerjahren habe man dergleichen beobachtet. Auch Páll warnt davor, dass hier ohne Vorwarnung eine gefährliche Situation entstehen kann. „Dann besteht die Möglichkeit einer neuen Spalteneruption, und der Beginn von Spalteneruptionen ist am gefährlichsten, wenn in kurzer Zeit eine große Menge Magma entsteht, die sich über ein großes Gebiet ausbreitet und mit hoher Geschwindigkeit fliessen kann.”

Keine Rettung vor Lavastrom
Schon in der vergangenen Woche war davor gewarnt worden, sich auf den Weg zum Krater zu machen, weil ein möglicher Lavastrom so schnell unterwegs sein kann, dass es keine Rettung gibt. Auch die Wand des aktiven Kraters kann unter verstärktem Lavastrom jederzeit brechen und Lavafluten unter hohem Tempo in alle Richtungen entlassen. Hinzu kommt die Gefahr durch plötzlich ansteigende Gasentwicklung. Bislang hat die Gasverschmutzung durch den Vulkanausbruch nicht abgenommen, und empfindliche Personen sind angehalten, sich unter loftgaedi.is zur Luftqualität auf dem Laufenden zu halten.

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