Reykjanes: Jederzeit ist ein zusätzlicher Lavastrom möglich Skip to content
Volcanic eruption on Reykjanes peninsula
Photo: Golli. The largest eruption in Reykjanes since activity began in 2019..

Reykjanes: Jederzeit ist ein zusätzlicher Lavastrom möglich

Islands Zivilschutz ist darauf vorbereitet, dass sich jederzeit ein weiterer Vulkanausbruch auf der Halbinsel Reykjanes ereignen kann. Die Magmaansammlung und der Druck haben Werte erreicht, die zuvor eine Magmaintrusion ermöglicht hatten und in einem Ausbruch geendet waren, berichtet RÚV. Víðir Reynisson, der Leiter des Zivilschutzes, erklärte, man lebe nun in einer Zeit grosser Wachsamkeit.

Bereitschaft und Wachsamkeit erhöht
Die Bereitschaft der Einsatzkräfte ist aufgrund der Gefahr eines Vulkanausbruchs erhöht, unter dem Svartsengi-Gebiet haben sich nämlich wieder sechs Millionen Kubikmeter Magma angesammelt. Auch der Druck ist gestiegen. Diese Werte liegen nahe an der Untergrenze, von der angenommen wird, dass sie zu einem Ausbruch führt.
Benedikt Ófeigsson, Experte für Naturkatastrophen beim isländischen Wetterdienst, sagte am Mittag, dass in der Nähe der noch aktiven Eruption ein neuer Ausbruch beginnen könnte. Auch die Wetterbehörde hatte heute auf ihrer Webseite geschrieben, die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Magma-Ausbruchs nehme in den kommenden Tagen oder Wochen zu, obwohl der Ausbruch noch andauere. Die ganze Lage sei noch ungewisser als zuvor.
Immer noch handle es sich um eine Fortsetzung der Ereignisse vom letzten Oktober, als sich Magma ansammelte und an die Oberfläche gelangte. Dieses Spiel hat sich ein paar mal wiederholt, jetzt allerdings hat sich das Blatt gewendet, denn aus dem Krater sprudelt es immer noch, während der nächste Ausbruch schon bevorsteht.

Verschiedene Szenarien für einen Ausbruch
Nach Angaben der Vulkangruppe Südisland gibt es mehrere Szenarien:
– die Magma kann in die Kraterreihe Sundhnjúksgígaröð laufen, wie die letzten sechs Male
– durch die Magmaintrusion können sich neue Spalten zwischen den Bergen Stóra-Skógfell und Hagafells öffnen, oder der bestehende Krater vergrössert sich, mit vermehrter Lavaförderung in kurzer Zeit und ohne Vorwarnung.
– wenn die Magmaintrusion damit endet, dass sich an einem anderen Ort eine Spalte öffnet, dann darf mit Erdbeben, Verwerfungen und Druckveränderungen in den Bohrlöchern des Kraftwerks gerechnet werden.
– statt einer Intrusion kann Magma sich auch in den bestehenden Ausbruch einbringen, der dann wieder stärker wird, bis ein neues Gleichgewicht zwischen nachfliessender Magma und ausströmender Lava erreicht ist.

Arbeit an Schutzwällen läuft Tag und Nacht
Die Einsatzkräfte sind daher alarmiert und auf alles vorbereitet, zumal sich die letzten Ausbrüche ohne lange Vorwarnzeiten ereigneten. Víðir erklärt, es spiele keine Rolle, ob ein möglicher Ausbruch am gleichen Ort passiere, oder anderswo, man sei vorbereitet und jederzeit in der Lage, Evakuierungen und andere Schutzmassnahmen vorzunehmen.
Die Schutzwälle rund um den Küstenort Grindavík würden sich neusten Modellen zufolge auch weiterhin bewähren und einen Lavastrom ablenken. Immer noch wird an ihnen gebaut, rund um die Uhr und sieben Tage die Woche, um Lücken auszubessern und Wälle zu verlängern.

Kratertouristen begeben sich in Lebensgefahr
Auch die Evakuierungspläne für die Blaue Lagune stehen, und mehr als einmal ist das Touristenbad wegen Gasgefahr geräumt worden. Mehr Sorgen macht Víðir sich allerdings um Touristen, die zum Krater wandern wollen.

Alle, die sich von Grindavík aus auf den Weg machen, wandern einem möglichen Lavastrom entgegen, falls der Ausbruch losgeht. Und dann kann Lava erschreckend schnell unterwegs sein. Der Zivilschutz warnt daher eindringlich davor, den Krater und das Lavafeld aufzusuchen.

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