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Svartsengi, crater, eruption
Photo: Screenshot Heimildin video. Crater seen from Svartsengi power plant.

Reykjanes: ein aktiver Krater, neue Entwicklungen im Gange

Von den vormals drei Kratern am Sundhnúkur ist noch ein Krater aktiv, der inzwischen 25 Meter über der Lavadecke in die Höhe gewachsen und weithin auszumachen ist. Die Vulkangruppe Südisland hatte in einem Facebookbeitrag angemerkt, es sei nur noch eine Frage der Zeit, wann die Lava nicht mehr nach Süden, sondern nach Norden fliesse.
Aus dem Krater ergiesst sich ein Lavastrom nach Süden und bildet einen See. Aus diesem Lavasee fliessen kleinere Ströme in alle Richtungen, aber es scheint auch unterirdische Kanäle zu geben.
„Die Lavadecke südlich des Kraters ist inzwischen höher als das Land nördlich des Kraters. Die Lavadecke hat die Senke zwischen den Bergen Hagafell und Vatnsheiði ausgefüllt,“ schreibt die Vulkangruppe. Wenn die Lava ihre Flussrichtung nach Norden ändere, würde sie über die grosse Lavadecke aus dem Winter fliessen. Die Vulkangruppe schätzt, dass es da ein Gefälle von zehn bis 15 Metern gibt, über das Lava dann einen leichten Weg nach Norden hätte.

Neue Ausbruchsphase mit stetigem Lavafluss
Der Geologe Ari Trausti Guðmundsson schrieb gestern auf seiner Facebookseite, die wachsende Landhebung bei Svartsengi könne dazu führen, dass sich neue Magmakanäle im Spaltensystem öffneten. Er hält es für möglich, dass das Gebiet in eine neue Ausbruchsphase eingetreten ist, berichtet Vikurfréttir.
„Das Zusammenspiel von Magmakammer und einem weitaus grösseren Magmareservoir in 10 bis 20 Kilometern Tiefe unter dem Vulkansystem von Svartsengi ist jetzt sichtbar. Nach wiederholten Lavausbrüchen nordöstlich von Grindavík gibt es nun einen offenen Magmagang zwischen den Überresten der Lavaspalte vom 16. März und dem Zufluss aus dem Reservoir in die Kammer.“ schreibt Ari Trausti. Der Ablauf habe sich geändert. Jetzt fliesse die Magma stetig, wie beim Ausbruch in den Geldingadalir. „Der Druck von unten wird stärker, weil sich das Land über der Magmakammer wieder hebt.“ Das könne die Aktivität des Kraters verstärken, der im übrigen 2000 Jahre alt sei.

Dronenvideo zeigt Krater
Heimildin veröffentlichte heute ein Dronenvideo, welches den aktiven Krater aus der Sicht von Grindavík und dem Erdwärmekraftwerk Svartsengi zeigt.
Die benachbarte Blaue Lagune, die ihr heisses Wasser aus dem Kraftwerk erhält, hatte heute Mittag nach dreiwöchiger Zwangspause wieder ihre Türen für Badegäste geöffnet. Auf dem Lagunengelände sind eine Vielzahl von Gasmessgeräten und eine Wetterstation installiert, liess die Polizeidirektion von Suðurnes wissen. Auch eine Sirene befindet sich auf dem Gelände.

Die Badeanlage ist seit letztem November vulkanbedingt fünfmal für insgesamt 106 Tage geschlossen worden, schreibt Heimildin. Beim ersten Mal dauerte die Schliessung vom 9. November bis 17. Dezember. Am 18. Dezember brach der Vulkan an den Sundhnúkagígar aus, und die darauf folgende Schliessung dauerte bis zum 6. Januar.
Acht Tage später, am 14. Januar, gab es einen weiteren Ausbruch an der Kraterreihe Sundhnúkagígaröð, die Lagune wurde evakuiert und war vom 8. bis 16. Februar geschlossen. Zwei Wochen konnte der Badebetrieb aufrecht erhalten werden, am 2. März kam dann die nächste Schliessung. Noch während dieser Schliessung hatte ein Angestellter wegen Gasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen.
Die Polizeidirektion Suðurnes hatte gestern vermeldet, in der Region Grindavík und Svartsengi seien hohe Schwefeldioxidwerte gemessen worden. Allen Personen in der Region war geraten worden, sich im Haus aufzuhalten, Fenster zu schliessen und die Klimaanlage abzuschalten.
Aktuelle Messungen zur Luftqualität findet man auf loftgaedi.is.

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