Reykjanes: Ausbruch könnte Monate andauern Skip to content
Photo: Screenshot RÚV, by Karl Sigtryggsson.

Reykjanes: Ausbruch könnte Monate andauern

Die Lava aus der Kraterreihe Sundhnjúkargígaröð hat sich vor dem nördlichen Schutzwall, der den Ort Grindavík umgibt, so hoch aufgetürmt, dass Experten gestern befürchteten, sie könne den Wall überwinden, und dann ungehindert auf den Ort zufliessen. Bislang war von der lavafördernden Spalte für Grindavík keine unmittelbare Gefahr ausgegangen, und es stand Bewohnern und Unternehmen frei, den Ort zu nutzen. Doch inzwischen strömt sogar ein Lavafluss an der Oberfläche und unter der erstarrten Kruste nach Süden.

Lava ergiesst sich in Grube
Schätzungen zufolge betrug der durchschnittliche Lavafluss zwischen dem 17. und 20. März etwa 14,5 Kubikmeter pro Sekunde. Experten des Instituts für Naturwissenschaften und Landesvermessung haben gestern das Gebiet überflogen. Demnach bedeckt die Lava eine Fläche von 5,58 Quadratkilometern, das Volumen liegt bei fast 21 Millionen Kubikmetern.

Gestern Abend floss die Lava dann jedoch überraschend nördlich des Erdwalles vorbei und schoss in Richtung Sandgrube, aus der die Strassenarbeiter das Material für die Schutzwälle entnehmen.
In der Melhólsnáma waren Arbeiter beschäftigt, sie hatten sich rechtzeitiug in Sicherheit bringen können, bevor sich Lava in die Grube ergoss. Auch in Richtung Suðurstrandavegur hatte sich ein Lavastrom ergossen, er schaffte es jedoch nicht bis auf die Strasse. Heute wurde damit begonnen, die Schutzwälle an sensiblen Stellen zu erhöhen.

Hohe Gasbelastung
Die Gasbelastung in der Region ist gestern erheblich gewesen, RÚV hatte eine Liveschaltung aussetzen müssen. Vorgestern war ein Mitarbeiter der Blauen Lagune ins Krankenhaus gebracht worden, nachdem er giftigem Vulkangas ausgesetzt gewesen war. Das Touristenbad ist seit Beginn des Ausbruchs gesperrt, aber Beschäftigte befanden sich vor Ort.
Heute kommt der Wind aus Nord/Nordwest und weht das Gas nach Süden und Südwesten.

Ausbruch könnte Monate dauern
Gestern Abend hatte der Geophysiker Benedikt Ófeigsson den Verdacht bestätigt, dass die Magma sich nicht mehr in der Kammer unter dem Svartsengigebiet ansammelt, sondern direkt hochsteigt und durch die Schlote an die Erdoberfläche gelangt. Eine Landhebung werde man dann erst wieder verzeichnen, wenn der Ausbruch aufhört.
Nach einem Überflug sei man zu dem Schluss gekommen, dass dieser Ausbruch tatsächlich mit dem am Fagradalsfjall vergleichbar sei, mit einem fulminanten Beginn, und dann gleichmässiger Lavaförderung, die Wochen, wenn nicht sogar Monate andauern könne, sagte Benedikt.

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