Reykjanes: Alarmstufe gesenkt, Journalisten erhalten mehr Zutritt Skip to content
Photo: Photo: Volcanoes, Waterfalls and Glacier Landing – Helicopter Tour from Reykjavik .

Reykjanes: Alarmstufe gesenkt, Journalisten erhalten mehr Zutritt

Gestern hat die isländische Landespolizei in Abstimmung mit der Polizeidirektion Suðurnes entschieden, die Alarmstufe für die vom Vulkanausbruch betroffene Region herabzustufen. Der Ausbruch zwischen Hagafell und Stóra-Skógfell ist jetzt in der Alarmstufe, und nicht mehr in der Notfallstufe.

Notfallstufe war falsch ausgelegt worden
Die Notfallstufe war am Tag des Ausbruchs, am 16. März, ausgerufen worden. Seither ist die Lage relativ stabil, und nach Angaben von Zivilschutz und den Vulkanexperten beim isländischen Wetterdienst liegen für die Region auch keine nennenswerten seismischen Aktivitäten vor. Am Ausbruchsort selbst besteht weiterhin die Gefahr von Flächenbränden, und zwar dort wo Lavaströme auf trockene Vegetation treffen, und auch die Luftverschmutzung auf der Halbinsel kann bei ungünstigen Wetterverhältnissen erheblich sein.

Ausländische Medien hatten die „Notfallstufe“ misinterpretiert und ihren Lesern suggeriert, dass in Island der Notstand herrsche, was sich offenbar negativ auf Buchungen im Tourismus auswirkte. Die jeweilige Stufe gilt jedoch stets für eine ausgewählte Region, in diesem Fall das vom Vulkanausbruch betroffene Gebiet. Sie betrifft vor allem die Zusammenarbeit von Behörden und Einsatzkräften und versetzt diese in die Lage, durch Beschränkungen, Sperrungen und Evakuierungen Sicherheit für die Bevölkerung zu schaffen.

Keine Touristen am Krater
Gestern hatte der Polizeichef von Suðurnes allerdings auch angekündigt, dass Touristen in naher Zukunft keinen Zutritt zum Ausbruchsgebiet am Sundhnúkur erhalten werden. Das Interesse ist dennoch gross, und bislang hatten Ausbruchslustige nur Hubschrauberflüge buchen können. Alle anderen, die sich zu Fuss in das gesperrte Gebiet aufgemacht hatten, sind von Einsatzkräften zurückgeschickt worden. Seit 19 Tagen quillt Lava aus immerhin noch zwei Kratern, und wenig deutet darauf hin, dass der Ausbruch zuende gehen könnte.

Polizeichef Úlfur Lúðvíksson gab Vísir gegenüber an: „Wie es im Moment aussieht, können wir keine weiteren Aufgaben übernehmen. Das muss bis zum Frühjahr warten.“ Man sei vollauf damit beschäftigt, Unwillkommene aus Grindavík fernzuhalten. Würde man Besuchern erlauben, den Vulkanausbruch zu besuchen, hätte man die Besucher auch in Grindavík stehen. Dort lauern jedoch gefährliche Erdspalten, und den Anwohnern war dringend abgeraten worden, in ihre Heimatstadt zurückzukehren. Der Ort muss jedoch bewacht werden, unter anderem weil es in den vergangenen Wochen mehrere Diebstähle gegeben hatte.

Úlfur hofft, dass der Vulkanausbruch bald zuende geht. „Das würde uns helfen.“

Journalistenverband erklagt Zutrittsgenehmigung
Islands Journalistenverband hatte sich mit dem Zutrittsverbot nicht zufrieden gegeben und geklagt. Heute nun wurde eine Einigung zwischen dem Verband und dem Justizministerium erzielt. Einer Erklärung zufolge herrsche Konsens darüber, dass Journalisten eine wichtige Überwachungs- und Informationsrolle spielen, und dass für die Einschränkung ihrer Meinungsfreiheit gute Gründe vorliegen müssten. Aufgrund des Zivilschutzgesetzes verfüge die Regierung über Befugnisse, um im Krisenfall schnell und gezielt reagieren zu können, wie etwa den Zugang zu bestimmten Bereichen einzuschränken. Die Beschränkungen, die die Regierung Journalisten in einer Gefahrensituation möglicherweise auferlegen muss, sollten in der Regel nicht größer sein als die, die anderen Einsatzkräften aus Sicherheitsgründen auferlegt werden.

 

 

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