Reiseveranstalter will mehr Sicherheitsvorkehrungen an der Askja Skip to content
Photo: ferðamenn miðhálendið hálendið.

Reiseveranstalter will mehr Sicherheitsvorkehrungen an der Askja

Der Besitzer eines Reiseunternehmens am Mývatn in Nordisland sagte RÚV gestern, dass er besorgt über die unzureichenden Telekommunikationsmöglichkeiten an der Askja sei, da offenbar ein Vulkanausbruch bevorstehe. Auch die Piste zwischen Askja und der Ringstrasse wird nicht ausreichend instandgehalten.

Im Bereich des Vulkans Askja gibt es so gut wie keine Telefon-, Internet- oder Tetraverbindung, und das, obwohl es sich um einen vielbesuchten aktiven Vulkan mitten im Hochland handelt. Drei Stunden ist man auf einer nur für schwere Geländewagen befahrbaren Schotterpiste zur Askja unterwegs – ziemlich ungünstige Voraussetzungen, sollte sie mit kurzer Vorwarnzeit ausbrechen, meint Gísli Rafn Jónsson, der Besitzer von Mývatn Tours. Seit mehr als 30 Jahren bringt er im Sommer jeden Tag Touristen mit seinen Hochlandbussen zur Askja. In einem Interview mit RÚV sagte er gestern, die Sicherheit seiner Fahrgäste sei eine grosse Verantwortung, erst recht vor dem Hintergrund eines möglichen Ausbruchs. Der Vulkanologe Þorvaldur Þórðarsson hatte vor einigen Tagen einen Vulkanausbruch in der Askja innerhalb eines Jahres vorhergesagt.
„Diese Magmaansammlung und die Bedingungen, die dann entstehen, ganz verschiedene und unterschiedlich in ihrem Schweregrad, bedeuten, dass ich mir natürlich grosse Sorgen mache,“ sagte Gísli.

Fluchtweg von vier Stunden
Ziemlich genau 100 Kilometer ist man von der Ringstrasse zur Askja unterwegs. Nach drei Stunden Rumpelpiste geht es dann noch mal 2,5 Stunden zu Fuss zum Kratersee Öskjuvatn und den kleinen Explosionskrater Viti, der für sein grünes Wasser bekannt ist, und für die warme Temperatur, die Touristen gerne zum Baden einlud. Der Rückweg zur Ringstrasse, im Fall eines Falles, würde mindestens vier Stunden dauern, denn der Tourist muss ja erst den Kraterrand verlassen, und dann zum Bus zurücklaufen.
„Diese Strasse ist nur in langsamem Tempo befahrbar, und es gibt Abschnitte, die sehr ausgefahren sind und repariert werden müssen. Andere Abschnitte bestehen nur aus Lava, da fährt man sehr langsam drüber. Eine schnelle Evakuierung ist da ein Ding der Unmöglichkeit,“ erklärte Gísli, der die Region wohl wie kein anderer kennt.
Auch die mangelnde Telekommunikation am Öskjuvatn müsse dringend verbessert werden. “In Bezug auf die Sicherheit müssen wir uns die Frage stellen, ob es nicht notwendig ist, einen temporären Sendemast dort aufzustellen.”

Sendemast nicht zur Sprache gekommen
Magnús Hauksson, der Betriebsleiter der nationalen Notrufzentrale (Neyðarlínan), sagte RÚV, es sei nicht zur Sprache gekommen, die Telekommunikation in dem Gebiet zu verbessern, oder wie man solche Massnahmen durchführen könnte. Vielmehr bleibe es unklar, wer eigentlich die Telekommunikation dort aufbauen muss, weil niemand gesetzlich verpflichtet sei, Telefon- oder Internetverbindung im ganzen Land sicherzustellen.
Diese Angelegenheiten waren allerdings im Jahr 2018 zumindest mal  angedacht worden, mehr allerdings nicht. In der aktuellen Situation, so glaubt Magnús, besteht Veranlassung, aktiv zu werden. Doch wann und wie Massnahmen ergriffen werden, bleibt auch weiterhin ungewiss.

Die weite Entfernung der Askja zum Strassennetz ist auch der Grund, warum wissenschaftliche Messungen nicht so oft stattfinden: alle Geräte müssen zum Krater geschleppt werden. Das haben Vulkanologen und Geologen heute getan, unter anderem wurden Gase in der Luft gemessen, sowie die Landhebung, die seit dem letzten Ausbruch 1961 um die 70 Zentimeter beträgt.

 

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