Rangáþing ytri: Touristisches Grossprojekt gefährdet Grundwasser Skip to content

Rangáþing ytri: Touristisches Grossprojekt gefährdet Grundwasser

Der Berufungsausschuss für Umwelt und natürliche Ressourcen hat eine Entscheidung der isländischen Planungsbehörde aufgehoben, wonach der umstrittene Aufbau eines grossen Tourismuszentrums im südisländischen Rangárþing ytri kein Umweltverträglichkeitsgutachten benötigt. Die Anwohner befürchten dort eine Umweltkatastrophe, berichtet RÚV.

Auf zwei Grundstücken in der Kommune Rangáþing ytra in Südisland will ein malaysisches Unternehmen den Campinplatz vergrössern und ein 200 Quadratmeter grosses Servicezentrum errichten. Ausserdem sollen auf 800 Quadratmetern Restaurants, Geschäfte, eine Rezeption sowie Räumlichkeiten für die Mitarbeiter entstehen. Schliesslich sind 45 einstöckige Gästehäuser geplant, wobei vor jedem Haus ein 30 Quadratmeter grosses Kugelhaus stehen soll.

Kläranlage schafft kein solches Grossprojekt
Sommerhausbesitzer und Landeigentümer befürchten Schlimmes. In einem Anwaltsbrief an die Gemeindeverwaltung hiess es, die geplanten Bauvorhaben könnten die Gefahr einer Grundwasserverschmutzung mit sich bringen, und derartige Verschmutzungen hätten schwerwiegende und gesundheitsschädigende Auswirkungen. Die Planungsbehörde hingegen teilte diese Besorgnis nicht. Sie kam letzten Sommer zu dem Ergebnis, dass das Bauvorhaben keiner Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden müsse.
Damit waren die Anwohner nicht einverstanden und klagten vor dem Berufungsausschuss für Umwelt und natürliche Resourcen. Der Ausschuss hat die Entscheidung der Behörde nun in der vergangenen Woche aufgehoben.

In ihrer Klage hatten die Landbesitzer auf die grossen wirtschaftlichen Interessen hinter dem Projekt hingewiesen, und dass man aufgrund des unzureichenden Abwassersystems der Gemeinde in eine Umweltkatastrophe steuere. Von Seiten des Bauherrn hiess es, die Umsetzung werde mehrfach kontrolliert. Es handle sich um ein umweltfreundliches Projekt, welches Gewinn für Staat und Region bringen werde.

Der Berufungsausschuss sah die Angelegenheit in anderem Licht, demnach bestehe Zweifel daran, ob der Planungsbehörde ausreichende Informationen vorlagen, als sie ein Umweltverträglichkeitsgutachten für unnötig befand.
Die Ausgestaltung des Abwassersystems im Rangárþing ytra impliziere, dass es bei der Grössenordnung des Projektes zwangsläufig zu einer erheblichen Einleitung in Boden und Grundwasser kommen werde. Grundwasser, welches wegen unzureichender Kanalsation verschmutzt wird, sei verdorben, hiess es in der Begründung des Umweltausschusses.

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