Nur 18 Gerfalkenpaare hatten Nachwuchs in diesem Jahr Skip to content
Gyrfalcon chick
Photo: Fálki Fálkar Fálkaungi Fálkaungar.

Nur 18 Gerfalkenpaare hatten Nachwuchs in diesem Jahr

Nur 18 Gerfalken haben es in diesem Sommer in Nordisland geschafft, Küken grosszuziehen, berichtet RÚV. Der Ornithologe Ólafur K. Nielsen bezeichnete die Raubvogelart als gefährdet. Ihr Bestand sei in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen, jedoch nicht stark gefährdet.

Ólafur arbeitet beim isländischen Naturkundeinstitut und untersucht die Gerfalken in Nordisland seit beinahe 41 Jahren. Erst kürzlich ist er von seiner alljährlichen Forschungsreise zurückgekehrt, wo er alle 84 bekannten Reviere aufsucht, um die Nester zu überprüfen und den Bestand zu zählen. In diesem Sommer waren 50 Nester besetzt.
Der Bestand des gefährdeten Geirfalken hängt stark mit dem Bestand der Schneehühner zusammen, der zwischen den Jahren starken Schwankungen unterliegt. Gerfalken ernähren sich fast ausschliesslich von Schneehühnern, und der Bestand erreicht in der Regel einen Höchststand zwei bis drei Jahren nach einem Höchststand bei den Schneehühnern, wie etwa in den Jahren 2018 und 2019 im Nordosten des Landes.

“Im Forschungsgebiet haben in besten Zeiten 65 Falkenpaare gelebt, jetzt liegt die Zahl zwischen 45 und 50. Das ist seit letztem Jahr etwas zurückgegangen,” sagt Ólafur.
Die höchsten Bestandszahlen hatte man in den Jahren 1966 und 1986 aufgezeichnet, damals hatte es in dem erforschten Gebiet 65 Paare gegeben. Danach war der Schneehuhnbestand stetig zurückgegangen, und mit ihm die Zahl der Gerfalken. Für Ólafur ist das ein Grund zur Besorgnis.

“Der Falke befindet sich auf der Liste der gefährdeten Arten. Das ist ein kleiner Bestand, insgesamt sind das vielleicht zwei bis dreitausend Exemplare im Land. Er ist nicht in der Krise. Aber seine Zukunft hängt vom Zustand des Schneehuhnbestandes ab. Wenn der gesund ist, bleibt auch der Falkenbestand gesund.”

Falkennest als Lebensmittelpunkt
Der Gerfalke ist erst mit drei oder vier Jahren geschlechtsreif, dann sucht er sich ein Revier und verbringt dort sein ganzes Leben. Das Falkennest ist Lebensmittelpunkt, dort schläft der Falke des Nachts, während er tagsüber auf Jagd geht. Dort werden auch die Jungen grossgezogen. Ein Falkenpaar verbringt sein ganzes Leben in und an diesem Nest.
“Wir besuchen diese gleichen Vögel Jahr für Jahr, solange sie leben,” erzählt Ólafur. Ein geschlechtsreifer Falke lebt meist um die acht Jahre. Die Vögel sind markiert, sodass es leicht ist, sie wiederzufinden. Aber Ólafur erklärt, das er sie auch an der Färbung und an ihrer Persönlichkeit erkennen kann. Er erinnert sich an ein Falkenweibchen im Mývatnssveit, die 15 Jahre in ihren Nest gelebt habe, als sie starb, war sie 17 oder 18 Jahre alt.

Nicht nur das Nahrungsangebot entscheidet über den Bestand des Jägers, auch das Wetter spielt eine grosse Rolle. Ólafur erklärt, dass sich im März oder April entscheidet, ob ein Paar Junge haben wird oder nicht. Fallen die Temperaturen zu niedrig aus, wird es schwierig, denn das Weibchen braucht einige Wochen, um sich für das Eierlegen Fett anzufressen. Dafür hört sie auf zu jagen und wird in der Zeit von ihren Partner mit Futter versorgt – ausschliesslich Schneehuhn. Zu Beginn dieser Vorbereitungszeit wiegt sie vielleicht 1500 Gramm, kurz vor dem Eierlegen ist ihr Gewicht dann bei guter Fütterung auf zwei bis 2,2 Kilo angewachsen. Zum Ende des vergangenen Winters war es noch einmal richtig kalt geworden, was zusammen mit dem Rückgang des Schneehuhnbestandes Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit der Falken hatte.

Nur 18 Falkenpaare zogen Nachwuchs gross
In den 50 bewohnten Nestern fand Ólafur Jungvögel nur in 18 Nestern. Offenbar hatte der Grossteil der Falkenpaare keine Eier gelegt oder die Küken hatten nicht überlebt. Die 18 Paare, die es geschafft hatten, Nachwuchs grosszuziehen, hatten spät gelegt. Wenn dies geschieht, legt das Weibchen weniger Eier, daher auch die weniger zahlreichen Jungvögel zum Ende des Sommers.
Immerhin mit dem Zustand der jungen Falken ist Ólafur zufrieden, die Aufzucht sei gut gelungen, meint er.

 

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