Nordlichtgedränge bei Grótta, Bürgermeister will Parkgebühren Skip to content
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Photo: Golli. Sunset by Grótta lighthouse, Seltjarnarnes.

Nordlichtgedränge bei Grótta, Bürgermeister will Parkgebühren

Der Bürgermeister von Seltjarnarnes will prüfen, ob am Aussichtspunkt Grótta Parkgebühren erhoben werden sollten. An Nordlichtabenden drängen sich dort die Schaulustigen, natürlich kommen die allermeisten mit dem Auto, und vorgestern Abend hinterliess einer von ihnen eine hässliche Spur im Erdreich.
Die Besuchsbelastung des beliebten Aussichtspunktes an der Küste von Seltjarnarnes hat in den letzten Jahren zugenommen, erst recht Abenden wie dem vergangenen Freitag, wo spektakuläre Nordlichter am Himmel tanzten.

Romantische Eiskremfahrt für Reykjavíker
Heute Morgen fand ein Anwohner dann eine frische Reifenspur im Erdreich ausserhalb des Parkplatzes, möglicherweise von einem Bus.
Der Bürgermeister ist nicht erfreut, glaubt aber, dass da vielleicht auch jemand aus Versehen vom Asphalt heruntergefahren sei. Dennoch bittet er die Busreiseanbieter, keine grossen Busse nach Grótta zu schicken, wenn Nordlicht zu erwarten ist und das Gelände ohnehin voller Besucher.
„Das ist einer der beliebtesten Halteplätze des Hauptstadtgebietes, nach Zählungen des Marketingbüros,“ sagt Bürgermeister Þór Sigurgeirsson. „Das ist auch eine romantische Eiskremfahrt, und viele machen sich zur Grótta auf an so einem schönen Abend wie am Freitag.“

Grosser Andrang und Ausbau nötig
Nun aber ist der Andrang auf Grótta und Snoppa so gross geworden, dass die Gemeinde allerhand Möglichkeiten prüft. Etwa eine Art Tor, oder sogar ein Eintrittsgeld, mit dem man die Zufahrt regulieren kann, so Þór. „Das Gelände ist sehr sensibel, wie man sieht. Es ist klein und absolut kein Platz für Busse mit 70 Fahrgästen unter Bedingungen wie am Freitagabend.“
Þór empfiehlt, dass die Busunternehmen in einiger Entfernung zur Grótta halten und die Fahrgäste den Rest zu Fuss zurücklegen. Die Gemeinde hingegen müsse nun einen weiteren Ausbau von Grótta prüfen, und wie man den finanzieren könnte.
Zwei Unternehmen hätten bereits ein Angebot für ein Parkgebührensystem eingereicht. Das Thema Parkgebühren müsse aber erst mal im Stadtrat diskutiert werden. Höchste Zeit, findet der Bürgermeister. „Ich denke, die Zeit ist gekommen, wo wir das Gebiet schützen und den Zugang regulieren müssen, denn es ist ziemlich gefährdet, wie das Beispiel zeigt.“, sagt Þór. „Eigentlich haben wir dort im westlichsten Teil von Seltjarnarnes bisher noch nichts im Bezug auf den Tourismus unternommen, aber es kommen ziemlich viele Leute dorthin, und ich denke, dass die Gemeinde jetzt einfach mal anfangen muss, sich damit zu befassen und was zu unternehmen, und auch Einnahmen daraus zu ziehen, um das Gelände noch besser auszubauen.”

Licht aus für Nordlicht
Der Umweltaktivist und Buchautor Andri Snær Magnason sprach sich in einem Facebookbeitrag gegen die Erhebung von Parkgebühren für Grótta aus. Vielmehr solle die Stadt an Abenden, wenn starke Nordlichtaktivität zu erwarten sei, doch einfach mal das Licht ausschalten, zumal an Orten, die des Abends ohnehin nicht genutzt würden. Dunkelheit wurde den Menschen auch an anderen Stellen der Hauptstadt ein Erlebnis ohne Lichtverschmutzung ermöglichen. Die Naturzöllner würden langsam lästig, findet Andri Snær.

Naturschutzgebiet in Bedrängnis
Grótta ist eine mit dem Land verbundene und reich bewachsene Insel am Westzipfel von Seltjarnarnes. Aufgrund ihrer Vegetation und des reichen Vogellebens steht sie seit 1974 unter Naturschutz. Vor allem Küstenseeschwalben, Eiderenten, Eissturmvögel, Meerstrandläufer und Austernfischer nisten dort, das Betreten des Geländes ist daher zwischen dem 1. Mai und dem 15. Juli verboten. Im Winter verweilen manche Zugvögel gerne an der Grótta.

Einst war die Insel mit dem Land verbunden, doch eine schwere See im Jahr 1788 grub die Verbindung fort, und der noch vorhandene Zugang steht heute bei Flut unter Wasser. Erste Erwähnung findet Grótta im Jahr 1547, und bis auf eine Pause von rund 100 Jahren ist die Insel die meiste Zeit bewohnt und bewirtschaftet gewesen. Der neue Leuchtturm war im Jahr 1947 in Betrieb genommen worden.
Grótta stellt vor allem für Hauptstadtbewohner ein beliebtes Naherholungsgebiet dar, etwa für den Abendspaziergang am Meer.

 

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