Neue Fluglinie auf den Trümmern von WOW in Planung Skip to content
Photo: Flug Flugvöllur flugáhöfn.

Neue Fluglinie auf den Trümmern von WOW in Planung

Eine Investorengruppe um Skúli Mogensen, dem Gründer und vormaligen Besitzer der bankrotten Fluggesellschaft WOW Air, will die Linie zu neuem Leben erwecken, berichtet mbl.is. Das neue Unternehmen soll dabei auf dem Billigfliegermodell aufbauen, so wie die ursprünglichen Pläne der Gesellschaft es einst vorgesehen hatten. 

Bauliche Veränderungen an den Airbus-Maschinen sowie ein gestiegener Ölpreis hätten dem alten Unternehmen arg zu schaffen gemacht, sagte Skúli gegenüber dem Viðskiptablaðið. Man habe sich jedoch auch mit der Schaffung einer Businessclass und weiteren Dienstleistungen, die nichts in einer Billigfluglinie zu suchen hätten, vom Modell des Billiganbieters weit entfernt und dadurch die Kosten künstlich hochgeschraubt. Das soll mit der neuen Fluglinie anders werden.

Die Investorengruppe sucht nun nach einer Finanzbeteiligung von 40 Millionen Dollar, die als Aktienpaket in das neue Unternehmen eingehen sollen. Investoren, die bereit sind, diese Summe zu finanzieren, werden dann einer Investitionsankündigung zufolge 49 Prozent des neuen Unternehmens halten, gegenüber Skúli, der Schlüsselperson von WOW, und jenen, die “andere Gründer” der Gesellschaft genannt werden. Sprecher des neuen Unternehmens, welches unter dem Arbeitstitel NewCo läuft, planen, “alle wichtigen Anteile” aus der Insolvenzmasse von WOW Air aufzukaufen, darunter auch das eingetragene Warenzeichen.

Die Geschäftsleitung von Arctic Finance, die seinerzeit Skúli bei der Finanzierung der lila Fluglinie behilflich gewesen war, hat sich gestern mit Sveinn Andri Sveinsson, einem der beiden berufenen Insolvenzverwalter getroffen, berichtet RÚV.

Das Geschäftsmodell von NewCo sieht ein noch schnelleres Wachstum für die Fluglinie vor als es bei WOW Air damals der Fall gewesen war. Man will schon im kommenden Jahr sieben Maschinen in Betrieb haben, diese Flottengrösse hatte WOW erst im fünften Betriebsjahr vorweisen können.

Das isländische Wirtschaftsmagazin Viðskiptablaðið warf in der vergangenen Woche die Frage nach dem Verbleib von etwa acht Milliarden Kronen auf, die seit dem vergangenen September offenbar verschwunden sind.

Damals waren 50 bis 60 Millionen Euro durch Aktionäre in das marode Unternehmen gesteckt worden, die Gesamtsumme von acht Milliarden Kronen sollte die kommenden 18 Monate finanziell überbrücken. Im November, so schreibt vb.is habe WOW Air dann jedoch bekanntgegeben, dass die Langzeitfinanzierung unsicher sei und dass die Gesellschaft dringend zusätzliche Mittel benötige. Quellen des Viðskiptablaðið zufolge sei auf Meetings gefragt worden, wo das ganze Geld von September hingeflossen sei, man habe aber keine zufriedenstellende Antwort erhalten.

Skúli selbst war in der vergangenen Woche für einen Kommentar nicht zu sprechen. Das Magazin sandte daraufhin eine schriftliche Anfrage, am Donnerstag meldete WOW Air dann Insolvenz an.

WOW Air hatte elf Flugzeuge gemietet. Nach Auskunft der Verkehrsbehörde waren sieben Flugzeuge von der Air Lease Corporation (ALC) in den USA geleast, und zwei bei Jin Shan 20 in Irland, eine Maschine wurde von Tungnaa Aviation Leasing Limited geleast und eine von Sog Aviation Leasing Limited. Die beiden Letztgenannten sind bei der gleichen Adresse im irischen Dublin registriert und stehen im Besitz der Sky Aviation Leasing International Limited auf den Cayman Inseln, und zwar durch die Skyfin Aircraft Finance III Limited, die wiederum in Dublin registriert ist.

Die beiden Gesellschaften, die den Namen isländischer Flüsse tragen, sind nach Recherchen des Viðskiptablaðið im vergangenen September gegründet worden, als die Schuldscheinausgabe so gut wie unter Dach und Fach gekommen war. Da das Mutterunternehmen auf den Cayman Inseln registriert ist, komme man nur schwer an Informationen um die Eigentumsverhältnisse heran.

Skúli Mogensen erklärte in einem offenen Brief an RÚV, dass er durch die Pleite seiner Fluggesellschaft um die vier Milliarden Kronen verloren habe. Um an der Schuldscheinausgabe teilnehmen zu können, habe er persönlich mit seinem Vermögen gehaftet, unter anderem habe er sein Haus und einen Hof im Hvalfjörður verpfändet und müsse beides wohl verkaufen, um seine Schulden begleichen zu können.

In Bezug auf die beiden fraglichen Flugzeuge, deren Besitzer unter den Firmennamen Tungnaa und Sog auf den Cayman Inseln registriert sind, äusserte er, dass weder er selber noch irgendeine mit ihm verbundene Gesellschaft etwas mit diesen Gesellschaften zu tun habe. Besitzer der Flugzeuge sei die Firma Goshawk, ein grosses Flugzeugleasingunternehmen, welches in Dublin und Hongkong tätig sei.

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