Meteoroid stürzt auf Öræfajökull - Videoaufzeichnung Skip to content

Meteoroid stürzt auf Öræfajökull – Videoaufzeichnung

Ein Meteoroid ist am Donnerstagabend auf das Eis des Vulkans Öræfajökull gestürzt. “Grossartig!” kommentierte der Sternenkundige und Chefredakteur des isländischen Astronomiewebs, Sævar Helgi Bragason, den ausserirdischen Besuch. Die Filmsequenz wurde am Donnerstagabend um 22.57 Uhr von einer Überwachungskamera in Fagurhólsmýri am Fuss des Bergs aufgenommen. Installiert worden war die Kamera im Jahr 2017, nachdem der Vulkan nach 300-jährigem Schlaf mit neuer Bebentätigkeit erwacht war.

Das ist ein Meteoroid, aber wenn sie so gleissend hell werden, dann nennt man sie Meteorit,” erklärt Sævar. “Er ist sehr hell und erreicht die Erde sicher in hohem Tempo. Meteoroide fangen in etwa 10 Kilometer Höhe an zu brennen und verbrennen dann so langsam.” Er vermutet, dass dieser Besucher die Grösse eines Tennisball gehabt haben könnte, auch wenn man das kaum beweisen könne. Es könne auch sein, dass ein Splitter aus diesen Meteoriten irgendwo in Island gelandet ist. Man könne auch nur schwer vorhersagen, wo solche Meteoroiden zur Erde niedergehen. Zur Zeit sind die Geminiden am klaren Winterhimmel zu sehen, möglicherweise stammt der Besucher aus diesem Schwarm.
Auf isländisch heisst Meteoroid “loftsteinn” (Luftstein), der sich bei Eintritt in unsere Atmosphäre zu “vígahnöttur” verändert, was soviel wie Kampfstern bedeutet.

Im Nachrichtenlink kann man die Videosequenz anschauen.

Evakuierungspläne überdenken

Öræfajökull war zuletzt wieder in den Fokus der Vulkanforscher geraten, nachdem Ende Oktober eine Expedition auf den Vulkan den alten Verdacht bestätigte, dass sich im Jahr 1362 ein plinianischer Ausbruch dort ereignet hat.

Die Wolke war vermutlich mit bis zu 200 Stundenkilometer den Berghang hinabgerast, sie war gasgeschwängert und voller Tephra, mit Temperaturen zwischen 300 und 500 Grad und ohne Sauerstoff. Da gebe es kein Entkommen, sagte der Professor für Vulkanologie und Geologie an der Universität Island, Þórður Þórðarsson, RÚV gegenüber.

Spuren der Tephrawolke von 1362 sind im Süden und Südwesten bis zu 15 Kilometer weit vom Vulkan zu finden. Es sei daher unumgänglich, das gesamte Gebiet zu räumen, sobald der auch nur der Verdacht bestehe, dass Öræfajökull ausbricht. Wenn der nächste Ausbruch wie im Jahr 1362 verlaufe, habe man nur ein paar Minuten um sich in Sicherheit zu bringen.

Bislang war man eher davon ausgegangen, dass sich ein Ausbruch des Öræfajökull als Gletscherlauf ankündige. Die Forscher sind der Ansicht, dass diese Annahme geändert werden muss. Neuere Daten wiesen darauf hin, dass sich in dem Ausbruch von 1362 etwa 50 Prozent Tephra befunden habe als bisher angenommen. Die Tephramenge umfasste 20 Kubikkilometer, die Aschewolke reichte bis zu 40 Kilometer in die Atmosphäre und schaffte es gegen den Wind immer noch 100 Kilometer weit. Damit war der Ausbruch von 1362 der schwerste Vulkanausbruch der letzten 2000 Jahre, und sogar schwerer als der Ausbruch des Vesuv im Jahr 79, der die Stadt Pompeji unter Tephra begrub.

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