Lava kam per Hochgeschwindigkeitsverbindung aus dem Erdmantel Skip to content
Lava flowing from the crater in Geldingadalur on the Reykjanes Peninsula
Photo: Golli. Lava flowing from the crater in Geldingadalur on the Reykjanes Peninsula.

Lava kam per Hochgeschwindigkeitsverbindung aus dem Erdmantel

Die Lava in den Geldingadalir kommt aus einer solchen Tiefe des Erdinneren, dass Wissenschaftler des Geologischen Institutes sie mit einer Hochgeschwindigkeitsverbindung zum Erdmantel vergleichen. Nachdem der Vulkan am Freitagabend ausgebrochen war, ist es nun gelungen, die chemische Zusammensetzung der Lava zu analysieren. Demnach ist sie primitiv strukturiert und kommt aus grösserer Tiefe als die Lava, die in den vergangenen 7000 Jahren auf der Halbinsel Reykjanes geflossen ist.

Sie ist ein Basaltgestein, kennzeichnend für den isländischen Vulkangürtel.  “Verglichen mit dem was zuvor in historischer Zeit auf Reykjanes an die Oberfläche getreten ist, ist dies eine viel primitivere Art, die sehr wahrscheinlich aus viel grösserer Tiefe stammt als wir zuvor gesehen haben,” erklärt Sæmundur Ari Halldórsson vom Geologischen Institut RÚV gegenüber.
Es handelt sich um einen Olivin-Tholeitischen Basalt, der aus einer Tiefe von 17 bis 20 Kilometern stammt. Die Erdkruste auf der Halbinsel Reykjanes misst um die 17 Kilometer.”

Auf der geologischen Karte von Isor sieht man die verschiedenenfarbigen Lavaschichten der Halbinsel. Die helllila Schichten bezeichnen Lavaströme, die um die Besiedlungszeit ausgetreten sind, die dunklen Bereiche, Þráinsskjaldarhraun und Stapafellshraun, sind etwa 7000 Jahre alt. Die Lava in den Geldingadalir ähnelt der viele tausend Jahre alten Lavasorte, sie ist dünnflüssiger und kohlendioxidreicher.

“Das sind spannende Zeiten,” sagt Sæmundur Ari. “Das ist als ob wir eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zum Erdmantel haben.” Und anders herum könnte man sagen, dass wir hier einen direkteren Weg nach unten haben. “Das kann man unter anderem an den Gasen ablesen, die dort entweichen. Dort gibt es zB viel mehr Kohlendioxyd, wie mir scheint, als beim Ausbruch in der Holuhraun zutage getreten ist. Das weist auch auf einen tiefen Ursprung hin.”

Geldingadalir ein Schildvulkan?
Schon am Donnerstag, einen Tag vor dem Ausbruch, hatten Geologen die Möglichkeit diskutiert, ob sich auf der Halbinsel ein Schildvulkanausbruch ereignen könnte. Dass es sich bei dem Ereignis in den Geldingadalir um einen Schildvulkan handelt, gilt mbl.is zufolge nun als immer wahrscheinlicher. Ein solcher Ausbruch hat sich seit dem Ende der letzten Eiszeit nicht mehr ereignet. Die 9000 Jahre alte Lava des Skjaldbreiður und die 14.100 Jahre alte Lava des Þráinsskjöldur stammen beide aus Schildvulkanen.

Der Lavafluss aus einem Schildvulkan gestaltet sich eher langsam, kann aber über eine lange Zeit, selbst über viele Jahre währen. Die durchschnittliche Fliessmenge der Lava beträgt fünf bis 10 Kubikmeter pro Sekunde.
Das alles könnte durchaus auf die Geldingadalir zutreffen, meint der Geologe Magnús A. Sigurgeirsson. Und es wäre dann eine ziemliche Sensation. Doch um Klarheit darüber zu gewinnen, muss der Vulkan länger überwacht und die Veränderungen in der zutage tretenden Lava besser untersucht werden.

Hier gibts den Livestream.

Lava spewing from the crater in Geldingadalur on the Reykjanes Peninsula
Der lavaspeiende Hauptkrater. Foto: Golli.

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