Lagune im Þjórsárdalur wird doppelt so gross und braucht trotzdem kein Umweltgutachten Skip to content
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Photo: Dagmar Trodler. Fjallaböðin construction.

Lagune im Þjórsárdalur wird doppelt so gross und braucht trotzdem kein Umweltgutachten

Die Badelagune Fjallaböðin, die unter der Ägide der Blaue Lagune im südisländischen Þjórsárdalur entsteht, wird doppelt so gross wie ursprünglich geplant. Die isländische Planungsbehörde geht auch weiterhin davon aus, dass das Vorhaben keine Umweltverträglichkeitsprüfung benötigt, berichtet RÚV.
Das sogenannte Fjallaböðin wird statt 5000 Quadratmeter 5500 Quadratmeter gross, die Badelagune wächst von 500 auf 1000 Quadratmeter. Schon im Frühjahr war damit begonnen worden, einen Teil des zum grossen Teil aus vulkanischer Asche und Sand bestehenden Berges Rauðakambur abzubaggern, um das Hotel in den Berg hineinzubetonieren, im Winter soll weitergebaut werden. Die Planungsbehörde war zu dem Ergebnis gekommen ist, dass für das Grossprojekt keine Umweltverträglichkeitsprüfung nötig ist.

56 Mio Euro im Naturschutzgebiet verbaut
Als Geldgeber stehen ein Tochterunternehmen der Blauen Lagune, sowie das Reiseunternehmen Kynnisferðir (Iceland Excursions) hinter dem Projekt, welches heisse Bäder, Hotel, Restaurant und ein Servicegebäude in Reykholt im Þjórsárdalur vorsieht.
An der Stelle, wo all dies gebaut werden soll, hatte sich das alte Þjórsárdals-Schwimmbad befunden, das im letzten Winter abgerissen worden war.
Von dem trotz seines heruntergekommenen Zustandes bei Hochlandbesuchern beliebten Freibades ist ausser heissen Wasser aus dem Berg Rauðakambur nichts mehr übrig. Das heisse Wasser fliesst demnächst dann in die neue Lagune, und in die Bäder des Hotels, das in den Berg hineingebaut wird.

Die Kosten für das Grossprojekt sollen sich auf sechs bis acht Milliarden Kronen (42-56 Mio. EUR) belaufen. Fjallaböðin ist nicht das einzige teure Megaprojekt, das die Besitzer der Blauen Lagune in Islands bislang unbebautem Hochland durchziehen: im Sommer eröffnete in den Kerlingarfjöll das sogenannte Highland Base Hotel, das mit Baukosten von drei Milliarden Kronen noch vergleichweise preiswert war.
Wie in den Kerlingarfjöll findet auch das Bauprojekt im Þjórsárdalur in einem Naturschutzgebiet statt. Das hielt den Bauherrn nicht davon ab, die Pläne zu ändern und die Lagune samt Hotel mal eben auf das Doppelte zu vergrössern. Zuvor war das Baugelände sogenanntes Staatsland (þjóðlendur) gewesen, eine Form von öffentlichem Landbesitz, aus dem weder Personen und Unternehmen wirtschaftlichen Nutzen ziehen dürfen. Der Ausschuss für Staatsland hatte seinerzeit den Status des Geländes in Gewerbegebiet geändert, um den Bau von Hotel und Lagune zu ermöglichen.

Mehr über umstrittene Grossprojekte im isländischen Hochland.

Umweltgutachten könnte gute Idee sein
Die Planungsbehörde findet auch weiterhin, eine Umweltverträglichkeitsprüfung sei nicht nötig. In einer Stellungnahme des Isländischen Instituts für Naturwissenschaften heißt es jedoch, dass zwar einige der baulichen Veränderungen vorteilhaft seien, man aber nicht außer acht lassen dürfe, dass es sich um ein Naturschutzgebiet handle und das Ausmaß des Bauprojektes beträchtlich, zudem seien die Auswirkungen auf Naturdenkmäler und Landschaften mit Erhaltungswert irreversibel und negativ. Vor diesem Hintergrund könne man durchaus argumentieren, dass das Projekt einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden sollte, so Snorri.
„Die meisten Informationen liegen bereits vor, daher ist es keineswegs sicher, dass eine vollständige Umweltprüfung da noch viel bringen würde, aber die Bauarbeiten ist nun so beschaffen, dass wir glauben, dass eine Umweltprüfung eine gute Idee wäre“, sagt Snorri Sigurðsson, der Bereichsleiter für Naturschutz im Institut.
Im Hotel soll es 45 Zimmer mit Platz für 100 Gäste geben. Jährlich werden mehr als 70.000 Gäste in der Lagune erwartet, davon um die 19.000 Hotelgäste.
„Sicherlich wird der Druck auf das Gebiet insgesamt mit dieser Entwicklung zunehmen, aber alles deutet darauf hin, dass das Ziel darin besteht, die Arbeit gut zu machen und darauf zu achten, die visuelle Wirkung zu reduzieren“, meint Snorri.
Ein zusätzlich geplantes Servicezentrum an der Abzweigung nach Reykholt befindet sich noch im Anfangsstadium.

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