Lachszucht: Jungfische aus Landzuchtanlage entkommen Skip to content
two farmed salmon of a Norwegian breed and one wild salmon, native to Fífustaðadalsá river.
Photo: Eldislax lax.

Lachszucht: Jungfische aus Landzuchtanlage entkommen

Der Lebensmittel- und Veterinäraufsichtsbehörde MAST ist ein Zwischenfall in der landgestützten Lachszuchtanlage des Fischereikonzerns Samherji im Öxarfjörður gemeldet worden. Dabei sind offenbar Jungfische ins Meer entkommen, berichtet Vísir. Der Zwischenfall hat sich am Montag den 6. Mai ereignet. In einer Mitteilung von MAST heisst es, der Zwischenfall sei bemerkt worden, als Fischbrut im Absetzteich der Anlage gesehen wurde.

Jungfische über den Teich entkommen
„Die Fischbrut war zwischen 70 und 80 Gramm schwer und noch nicht geschlüpft,“ schreibt MAST, aber man könne nicht ausschliessen dass sie in dem Absetzteich dann doch geschlüpft und ins Meer entkommen sei.
„Geschätzte 868 Jungfische sind aus einem Container entkommen, zu diesem Zeitpunkt ist die Anzahl der Jungfische unbekannt, die in das Absetzbecken gelangt sind. Der Lizenzinhaber arbeitet daran, die Fische aus dem Absetzbecken herauszuholen und sie zu zählen, um den Umfang der Fischflucht schätzen zu können.“
MAST hat nach eigenen Angaben weitere Daten und Informationen von dem Unternehmen angefordert. Der Fall werde bei der Behörde näher untersucht.
Der Fischereikonzern Samherji macht in einer Bekanntmachung einen Fehler im Steuerungssystem der Zuchtanlage für die Fischflucht verantwortlich. Die entkommene Fischbrut sei noch nicht meerestauglich gewesen. Der Vorfall sei noch am gleichen Tag an die Behörden gemeldet worden.

Genetische Vermischung vernichtet wildes Erbgut
In die Natur entkommene Zuchtfische richten dort grossen Schaden an. Wenn der Zuchtlachs in die Flüsse hochschwimmt und sich mit dem dortigen Wildlachs paart, gelangt sein Erbgut in den wilden Bestand und vernichtet diesen langfristig. Dabei ist es inzwischen möglich, die Geschlechtsreife des Industrielachses mit einer genetischen Manipulation zu verhindern. Der sogenannte triploide Lachs hat einen zusätzlichen Satz an Chromosomen. Diese Fische bilden keine Keimzellen aus und werden nicht geschlechtsreif. Die Methode wird im Dokumentarfilm Laxaþjóð erwähnt und dort als tierschutzrelevant bezeichnet, weil die Fische durch die Temperaturbehandlung körperlichem Stress ausgesetzt sind.

Triploider Lachs kostet Umsatz
Gunnar Örn Petersen, der Vorsitzende des isländischen Angeldachverbandes, hatte Vísir gegenüber angegeben, die Technik (des Sterilisieren) sei vorhanden, und in Island sei auch eine Lizenz dafür erteilt worden, das einzige was fehle sei die Bereitschaft der Konzerne, ihre wirtschaftlichen Erwartungen ein wenig zurückzuschrauben, weil die triploiden Lachse nicht so schnell wachsen wie die geschlechtsfähigen, und weil sie sensibler auf Umweltreise wie etwa volle Zuchtbecken reagierten. Am Ende drehe sich alles ums Geld, und wie man am billigsten produziere, so Gunnar Örn.

Ein Entwurf für ein Rahmengesetz zur industriellen Fischzucht liegt derzeit dem Parlament zur Debatte und Abstimmung vor. Einzelheiten des Rahmengesetzes, wie der Wegfall des Quotenverlustes bei Zuchtunfällen oder die Erteilung einer dauerhaften Betriebslizenz sorgen in Politik und Öffentlichkeit für heftige Kritik. Icelandreview hatte berichtet.

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

* indicates required

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter