Lachssaison 2024: erste Zuchtlachse an der Wildlachsangel Skip to content
salmon fishing iceland
Photo: Helgi Halldórsson, CC 2.0.

Lachssaison 2024: erste Zuchtlachse an der Wildlachsangel

In Dalsárós, einem der beliebtesten Angelplätze in der Víðidalsá in der Hunavatnssýsla, ist gestern ein 80 Zentimeter grosser Wildlachs gefangen worden. Der Angler zögerte nicht lange und liess den Fisch gleich nach dem Foto wieder frei, wie es die Regel vorsieht – in Island ist catch and release erlaubt.

Immer noch fehlen 3000 Lachse
Bei näherer Betrachtung der Fotos kam allerdings der Verdacht auf, dass es sich da nicht um einen Wildlachs, sondern um einen Zuchtlachs gehandelt hat, einer der zahlreichen im August letzten Jahres im Patreksfjörður geflüchteten Fische. Damals waren beim Fischzuchtkonzern Arctic Fish 3500 Zuchtlachse aus dem Meeresgehege entkommen. Der Anteil der geschlechtsreifen Fische unter ihnen war sehr hoch gewesen.

Nach Angaben des Landsverband der Angelvereine sind rund 500 dieser Zuchtlachse gefangen worden, die meisten von norwegischen Tauchern, die ins Land kamen, um diese Fische aus den Flüssen zu entnehmen. Dennoch fehlen immer noch 3000 Lachse, von denen niemand weiss, wo sie geblieben sind. Die norwegischen Taucher, die solche Fälle kennen, hatten im Gespräch mit dem Fischmagazin letztes Jahr angegeben, die Zuchtlachse verhielten sich vollkommen anders als Wildlachse und seien unberechenbar.

Suche nach Zuchtlachsen geht weiter
Das isländische Marineforschungsinstitut Hafró hatte Angler aufgefordert, nach diesen Fischen besonders zu suchen – und offenbar nicht grundlos, denn auch in dieser Saison sind schon so einige der Tiere an den Haken gegangen.
Im Nordwesten des Landes finden derzeit die ersten Lachswanderungen statt, und man muss davon ausgehen, dass sich entkommene Zuchtfische mit auf den Weg zu den Laichgebieten machen. Im letzten Jahr konnte man die Zuchtlachse an ihrer silbrigen Farbe erkennen, die sich bis in den September hielt. Jetzt allerdings sind alle Lachse silbern, weil sie alle aus dem Meer kommen, und man kann nach der Grösse gehen: je grösser ein Lachs ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit dass man ein Zuchtexemplar an der Angel hält. Weitere Hinweise sind abgenutzte Schwanzflossen und zerrissene Rücken- und Bauchflossen. Die Weibchen fallen ausserdem durch kleinere Köpfe als die Wildlachsexemplare auf.
Wenn man ein solches Exemplar gefangen hat, sollte Angelguide oder der Landbesitzer des jeweiligen Angelgebietes informiert werden. Fotos helfen immer bei der Spezifizierung, und wenn sich der Verdacht bestätigt, dass es sich um einen Zuchtfisch handelt, sollte er getötet und zum Marineforschungsinstitut für genetische Identifizierung gebracht werden.

Unerwünschte Hybridisierung
Eine genetische Vermischung zwischen Wildlachs und Zuchtlachs führt zu einer unerwünschten Hybridisierung des Gesamtbestandes und gefährdet die Gesundheit des Wildlachses in seinem natürlichen Umfeld.  In der Dokumentation Laxaþjóð (A salmon Nation) wird gezeigt, wie isländische Umweltschützer im letzten Jahr systematisch Jagd auf Zuchtlachse in den Angelflüssen gemacht haben, um die Weitergabe des genetischen Erbes in den Wildlachsbestand zu verhindern.

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