Lachsflucht: Polizei muss weiter nach Fehlern suchen Skip to content
Sandeyri, salmon, fish farming, arctic fish
Photo: Katrín Oddsdóttir. Sandeyri.

Lachsflucht: Polizei muss weiter nach Fehlern suchen

Der Polizeileiter der Direktion Westfjorde hat Ende letzten Jahres eine Untersuchung zur versehentlichen Freilassung von Zuchtlachsen aus den Meeresgehegen des Fischkonzerns Arctic Fish eingestellt. Gegen die Verfahrenseinstellung ist Berufung eingelegt worden, nun hat die Staatsanwaltschaft hat entschieden, dass die Ermittlungen fortgesetzt werden sollen, berichtet RÚV.
Helgi Jensson, der Leiter der Polizeidirektion Westfjorde, hatte im Dezember angegeben, die vorliegenden Daten wiesen weder auf Fehler bei der Einrichtung oder auf Unterlassungen des Unternehmens hin.

30 Kläger gegen die Polizei
Im Januar legten 30 Institutionen Berufung gegen Helgis Entscheidung ein. Der Staatsanwalt hat jetzt verfügt, dass Helgi, der im letzten Jahr keine Fehler entdecken konnte, seine Fehlersuche fortsetzen muss. Die Staatsanwaltschaft ist nämlich sehr wohl der Meinung, dass beim Unternehmen Vorschriften nicht befolgt wurden, und dass dort nichts unternommen wurde, um sicherzustellen, dass Arbeiten vorschriftsmäßig ausgeführt wurden. Daher gehe man nicht davon aus, dass es korrekt war, die Ermittlungen einzustellen.
Für Helgi kommt das Urteil nicht überraschend. Nun also wird die Untersuchung wieder aufgenommen, um dann zu entscheiden, ob Anzeige erstattet wird oder das Verfahren eingestellt wird.

Staatsanwalt prüft alle 30 Beschwerden
Bei den Klägern ist man vor allem mit der Tatsache zufrieden, dass die Staatsanwaltschaft „tatsächlich die Beschwerden aller etwa dreißig Beschwerdeführer einer inhaltlichen Prüfung unterzieht, einfach auf der Grundlage, dass die gesamte Öffentlichkeit ein Interesse daran hat, dass wild lebende Süßwasserbestände (Wildlachs) nicht beschädigt werden.“ sagte Gunnar Örn Petersen, Geschäftsführer des klagenden Landesverbandes der Angelvereine.

Neue Gehege verschandeln Sandeyri
Die Lachsbranche schläft unterdessen nicht. Im März hatte Icelandreview berichtet, dass die isländische Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsbehörde (MAST) dem Fischzuchtunternehmen Arctic Sea Farms ehf. (Arctic Fish) eine erweiterte Betriebsgenehmigung für die Meeresfischzucht bei Sandeyri im Ísfjarðardjúp erteilt hat. Damit kann die erlaubte Menge an Zuchtlachs und Regenbogenforelle in dem Fjord von 5,300 Tonnen auf 8000 Tonnen steigen. Die Rechtsanwältin und Naturschützerin Katrin Oddsdóttir hatte darauf verwiesen, dass eine notwendige Baugenehmigung für die Zuchtanlage nicht vorliege. Tatsächlich verfügt keine Fischzuchtanlage in Island über eine notwendige Baugenehmigung.

Gestern schrieb sie auf ihrer Facebookseite, die Baugenehmigung für die Zuchtanlage in Sandeyri sei erteilt worden, und der Antrag des Landeigentümers, an dessen Ufer da gebaut wird, die Errichtung der Anlage zu verschieben, bis seine Klage wegen der Betriebsgenehmigung stattgegeben werde, sei abgelehnt worden. Arctic Fish wolle noch vor dem 26. April Lachslaich aussetzen. Heute Morgen, so schreibt Katrin, seien Netzgehege und Futterkahn in Sandeyri verankert worden.
Katrin bezeichnet dies als „schwarzen Tag in der Geschichte des Naturschutzes in Island“.

 

 

 

Sign up for our weekly newsletter

Get news from Iceland, photos, and in-depth stories delivered to your inbox every week!

* indicates required

Subscribe to Iceland Review

In-depth stories and high-quality photography showcasing life in Iceland!

Share article

Facebook
Twitter