Kreuzfahrtschiff in 2023 vor Viðey fast auf Grund gelaufen Skip to content
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Photo: Norwegian Prima, Facebook.

Kreuzfahrtschiff in 2023 vor Viðey fast auf Grund gelaufen

Nur etwa 10 Meter war im vergangenen Jahr ein 140.000 Tonnen schweres und 300 Meter langes Kreuzfahrtschiff mit 4.600 Passagieren an Bord davon entfernt, vor der Insel Viðey auf Grund zu laufen. Das Schiff war im Sturm vom Kurs abgekommen, und der Kapitän hatte die Situation offenbar unterschätzt. Die Besatzung des Schleppers Magni habe alles in ihrer Macht Stehende getan, um einen Grossunfall zu verhindern, berichtet RÚV.

Der Beinaheunfall war vom Untersuchungsausschuss für Verkehrsunfälle unter die Lupe genommen worden. Videoausschnitte der Sicherheitskamera zeigen die Zeitspanne von der Abfahrt aus dem Hafen bis zum Erreichen der Schifffahrtsrinne, sowie den Kampf der Schlepperbesatzung, das Kreuzfahrtschiff von den Untiefen fernzuhalten.

Rekonstruktion des Fast-Unfalls
Dem Bericht des Untersuchungsausschusses zufolge war die Norwegian Prima, unter der Flagge von Bahama segelnd, am Abend des 26. Mai mit Unterstützung des Schleppers Magni aus dem Kreuzfahrthafen Sundahöfn in Reykjavík gefahren. Aus Südwest wehte ein starker Wind. Der Lotse empfahl dem Kapitän, die Abfahrt zu verzögern. Der Kapitän entschied, sich an den Fahrplan zu halten, trotz des Wetters und gegen die Empfehlung des Lotsen. Das Schiff musste gedreht werden, bevor es aufs offene Meer fahren konnte. Kurz nach erfolgter Drehung fegten heftige Böen mit 50 Knoten aus West heran. Gleichzeitig erhöhte der Kapitän die Geschwindigkeit. Das Schiff trieb mit dem Wind nach Osten in Richtung der Untiefen, während der Schlepper mit voller Kraft dagegen hielt.

An der Aussengrenze der Schiffahrtsrinne trieb die Norwegian Prima über die Boje, und es war grosses Glück, dass sich eine von der Boje herabhängende Kette nicht in der Schiffsschraube verhedderte.  Da war bereits klar, dass die 140.000 Bruttoregistertonnen schwere Norwegian Prima mit 4600 Mann an Bord weit vom Kurs abgekommen war und sich in grösster Gefahr befand, in den Untiefen zu stranden. Der Kapitän, der zum ersten Mal den Reykjavíker Hafen befuhr, versuchte, mit den Schiffsschrauben gegenzusteuern, doch das reichte nicht aus. Im dem Ermittlungsausschuss vorliegenden Video ist zu sehen, wie die Magni unter Volldampf versucht, das Schiff wieder auf Kurs in die Rinne zu drücken.

Kommunikation für alle verständlich
Im Bericht des Untersuchungsausschusses heisst es, nur noch zehn Meter hätten das Schiff von Untiefen getrennt, die dem Kiel weniger als einen halben Meter Platz gelassen hätten. Der Schlepper musste nach der Aktion repariert werden, das Kreuzfahrtschiff blieb unbeschädigt. Die Ermittlungen waren auf Betreiben der isländischen Behörden aufgenommen worden, berichtet Vísir.

Im Bericht finden sich Empfehlungen, wie solche Vorfälle verhindert werden können. Unter anderem gibt es eine Empfehlung an die Reederei, alle Informationen auszuwerten, um ihre eigene Risikobewertung zu ergänzen. Empfohlen wird ebenfalls, dass der Hafen Faxaflói seine Arbeitsabläufe aktualisiert, um eine gute Kommunikation von Schlepper und Lotsen sicherzustellen. Diese Kommunikation muss in englischer Sprache und für jedermann verständlich erfolgen. Die Regierung wird aufgefordert, die Befugnisse der Lotsen dergestalt zu erweitern, dass diese unter bestimmten Umständen Schiffen die Ausfahrt verweigern können. Schließlich schlägt der Bericht eine Risikobewertung für alle Häfen vor, in denen Passagierschiffe vor Anker gehen.

 

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