Kreuzfahrtschiff ankert vor der Gletscherlagune Skip to content

Kreuzfahrtschiff ankert vor der Gletscherlagune

Das Ankern eines Kreuzfahrtschiffes vor dem Breiðamerkursandur in Südostisland müsse genauso behandelt werden wie seinerzeit ein Fall in Hornstrandir, sagte die Bürgermeisterin von Höfn und Vorsitzende des Nationalpark-Südbezirks, Matthildur Ásmundardóttir in einem Gespräch mit RÚV.

Heute Mittag hatte das französische Kreuzfahrtschiff Le Bellot vor der Gletscherlagune Jökulsárlón geankert und seine Passagiere in Boote verladen, die dann um das Schiff herumgefahren waren. Die isländische Küstenwache hatte das Schiff im Visier, da jedoch kein Passagier an Land gesetzt wurde, gab es keinen Grund, einzugreifen.

Steinunn Hödd Harðardóttir, die diensthabende Rangerin des Nationalpark-Südbezirks, sagte RÚV gegenüber, rein technisch gesehen gebe es nichts, was die Gegenwart des Schiffes an dieser Stelle verbiete, oder den Fahrgästen einen Landgang am Breiðamerkursandur erlaube.

Kreuzfahrer vor Hornstrandir war Anlass für Regulierung
Einen ähnlichen Vorfall hatte es im Jahr 2018 in Hornstrandir in den Westfjorden gegeben, dort hatte das Schwesterschiff der Le Bellot, die Le Boréal, Passagiere per Boot ins Naturschutzgebiet an Land gesetzt. Damals hatte es für Hornstrandir kein Regelwerk für einen solchen Fall gegeben. Etwa ein Jahr später trat dann ein Regulierungs- und Schutzplan für das Naturschutzgebiet in Kraft, nach dem es nun für vor der Küste ankernde Schiffe eine Grössenbeschränkung gibt, und die Personenzahl, die an Land gebracht werden darf, auf 30 beschränkt wurde.

Der Breiðamerkursandur ist seit Januar 2019 Teil des Nationalparks Vatnajökull, der Regulierungs- und Schutzplan für diese Region steht kurz vor dem Abschluss. Ein Landgang von Passagieren am Breiðamerkursandur hatte jedoch nicht zu den Dingen gehört, die beim jetztigen Entwurf zur Debatte gestanden haben, und Matthildur sieht gute Gründe, dies schleunigst zu tun.

“Wir haben einfach nicht genug Phantasie, uns auszumalen, dass sowas passieren könnte,” sagt sie. “Ich habe noch nicht mit den anderen im Bezirksrat gesprochen, aber das ist etwas, was unbedingt geprüft werden muss. Der Bezirksrat wird die Debatte über mögliche Änderungen im Entwurf des Regulierungs- und Schutzplanes auf seiner Versammlung im August mit aufnehmen.”

Matthildur sagt, neben den Sicherheits- und Schutzgesichtspunkten spiele auch eine Rolle, dass nicht jeder einfach Bootstouren auf der Gletscherlagune anbieten könne. Dafür brauche es eine spezielle Genehmigung. So könne es auch nicht passieren, dass die Passagiere eines Kreuzfahrtschiffes per Boot direkt in die Lagune gefahren werden.

 

 

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