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puffin near seyðisfjörður
Photo: Erik.

Kein Papageitaucher auf die Speisekarte

Die Umweltbehörde und das Umweltministerium bitten Jäger und Restaurantbetreiber inständig, sich bei der Jagd auf Papageitaucher und dem Verkauf ihres Fleisches zu mässigen, berichtet Vísir. In einer Mitteilung der Regierung heisst es, aktuellen Daten des Naturbüros Südislands zufolge sei der Bestand in den vergangenen 30 Jahren stark zurückgegangen.

Starker Rückgang durch Jagd und Klima
Zwei unabhängige Wissenschaftler waren an der Schaffung des Schutzplanes für den Papageitaucherbestand beteiligt: Dr. Fred A. Johnson und Dr. Carl Walters hatten in Zusammenarbeit mit dem isländischen Ornithologen Erpur Snær Hansen die Daten des Naturbüros und eine mögliche Auswirkung der Jagd auf den Bestand geprüft. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass der langfristige Niedergang der Population in Island auf kumulative Auswirkungen der Jagd und auf ungünstiger Umweltbedingungen wie etwa steigende Meerestemperaturen zurückzuführen ist. Die seit drei Jahrzehnten anhaltende Warmperiode im Atlantik habe das Futterangebot für den Papageitaucher verringert. Eine Weiterführung der Jagd auf die Vögel im gleichen Umfang wie bisher werde zu einem Rückgang des ohnehin schon gefährdeten Bestandes führen.

Tradition aus Hungerzeiten
Die Jagd auf Papageitaucher stammt aus einer Zeit, als das Vogelfleisch Küstenbewohner vor dem Verhungern bewahrte. Heute gilt sie als volkstümliche Tradition, die sich die Leute von den Westmännerinseln und Grímsey keinesfalls nehmen lassen wollen. Die Jagd findet mit speziellen Fangnetzen statt. Dabei landet ein grosser Teil der erbeuteten Vögel nicht etwa auf dem eigenen Teller, sondern wird an Restaurants verkauft. Vom Vogel genutzt wird in der Regel nur die Brust. Papageitaucher findet sich oft auf Speisekarten im hochpreisigen Sektor, der Besuchern sogenannte traditionelle Gerichte nahebringen will.

„Restaurants werden gebeten, gründlich zu prüfen, ob Papageientaucher auf ihre Speisekarte gehören, da der Bestand gefährdet ist und die Jagd auf den Vogel daher nicht als nachhaltig betrachtet werden kann,“ heisst es in der Regierungsmitteilung.

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