Kein Feuerwerk mehr auf der Gletscherlagune Skip to content
Photo: Björgunarfélag Hornafjarðar, Facebook.

Kein Feuerwerk mehr auf der Gletscherlagune

Das alljährliche Feuerwerk auf den Wassern der Gletscherlagune Jökulsárlón findet in diesem Jahr nicht statt, und wahrscheinlich war das Feuerwerk im letzten Jahr auch das letzte seiner Art. Dies ist einer Mitteilung des Rettungsteams Hornafjörður an seine Sponsoren zu entnehmen.

Beliebtes Augustspektakel
Das Feuerwerk war jedes Jahr im August gegen Mitternacht abgehalten worden. Die Feuerwerkskörper wurden von breiten Kähnen auf dem Wasser abgeschossen, und der bunte Funkenflug tauchte die Eisberge in der Lagune in geradezu magisches Licht. In den ersten Jahren war der Zutritt kostenlos, später wurde ein Eintrittsgeld von 1500 Kronen erhoben. Nur während der Coronapandemie hatte es keine Veranstaltung gegeben.
Angefangen mit dem Spektakel hatten die damaligen Landbesitzer der Lagune, die das Feuerwerk für ihre Mitarbeiter veranstalteten. Dann hatte das Rettungsteam Hornafjörður die Veranstaltung übernommen, und mit den Jahren hatte es sich zu einer der grössten Benefizveranstaltungen der Freiwilligenorganisation entwickelt.

Im vergangenen Dezember hatte das Ortsteam wie gewohnt beim Nationalpark Vatnajökull um Genehmigung für das Feuerwerk 2024 ersucht. Am 30. Mai kam endlich Antwort – eine Absage. Eine detaillierte Begründung würde folgen, wurde der Gruppe mitgeteilt.

Umweltbedenken wegen Verschmutzung
Diese Absage hat eine längere Vorgeschichte, denn schon im Jahr 2021 waren offenbar Umweltbedenken wegen der Giftstoffe aus dem Feuerwerkskörpern geäussert worden. Im letzten Jahr hatte der Nationalpark folgendes Schreiben an den Ortsverein übermittelt: “Die Umweltstandards haben sich rasant weiterentwickelt und die Sichtweise geprägt, dass die Freisetzung von Schadstoffen sowohl bei regelmäßigen Aktivitäten als auch bei einzelnen Veranstaltungen unter allen Umständen reduziert werden muss.
Vor diesem Hintergrund hält der Nationalpark es für notwendig, eine Durchführung der Veranstaltung zu prüfen, damit sie den Umweltstandards vollständig entspricht. Leitung und Mitarbeiter des Nationalparks sind zu allen Gesprächen bereit, die darauf abzielen, die Tradition aufrechtzuerhalten und die Besucher mit einer würdigen Show zu unterhalten.” Im August 2023 hatte es noch einmal eine Genehmigung gegeben, aber offenbar schon gleich mit einer Warnung: “Allerdings wird klargestellt, dass ein Antrag auf Wiederholung des Feuerwerks voraussichtlich keinen Erfolg haben wird.”
Auf der Webseite heisst es ausserdem, das Feuerwerk sei nicht mit der Umweltpolitik des Nationalparks und dem erklärten Ziel vereinbar, eine Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit zu übernehmen.

Zwei teure Projekte stehen auf dem Spiel
Das endgültige Veto hätte zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen können, denn der Ortsverein muss derzeit gleich zwei teure Projekte finanziell stemmen: den Neubau eines Vereinshauses, in dem Rettungsfahrzeuge und Geräte untergebracht sind, sowie den Kauf eines Spezialgefährtes für Rettungseinsätze und die Suche von Vermissten. Der Ortsverein ist zum grössten Teil im Gebiet des Nationalparks aktiv.
Islands Rettungsorganisation Landsbjörg basiert auf dem Einsatz Freiwilliger und ist vollkommen von Spenden und Einkünften durch Feuerwerksveranstaltungen und dem Verkauf von Feuerwerkskörpern vor Silvester abhängig.


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