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Photo: Dagmar Trodler.

Kälteeinbruch verursacht grosse Probleme

Der schwere Kälteeinbruch, der einen grossen Teil des Landes seit Montagabend in Atem hält, bleibt noch ein paar Tage erhalten. Im gesamten Norden und Osten bereiten winterliche Verhältnisse vor allem dem Güterverkehr Probleme. Im Osten klagt die Tourismusbranche über Umsatzeinbussen.

Güterverkehr sitzt in Sperrungen fest
Nur wenig erinnert im Norden daran, dass eigentlich Sommer ist. Die Wetterprognosen ändern sich kaum, Sturm aus Nord/Nordost, Regen, Graupel, Schneefall und Schneematsch, und auch weiterhin gilt die orangefarbene Warnstufe für den Norden und Osten des Landes.
Seit Montagabend ist die Ringstrasse zwischen dem Norden und dem Ostland gesperrt, mit dem Effekt dass sich in den Lagern Warenlieferungen ansammeln, weil die LKWs im Osten festsitzen. Zum Beispiel müsste Fisch aus dem Norden zur Fähre nach Seyðisfjörður gebracht werden. Nachdem aus dem Transport auch heute nichts wurde, überlegt man nun, den Fisch nach Þorlákshöfn zu bringen und dort auf einen Frachter des Unternehmens zu verladen.

Heute Morgen musste am Flughafen von Akureyri ein Flug nach Portugal wetterbedingt abgesagt werden. Rund 170 Passagiere wurden mit dem Bus nach Keflavík gefahren, von wo aus sie dann heute Abend abfliegen. Am Mittag rückten Rettungsmitglieder aus, um Touristen aus dem Schnee auf der Mývatnsheiði am See Másvatn zu befreien. Dieser Teil der Ringstrasse ist derzeit nur für Geländewagen befahrbar. Auch die Badelagune Jarðböðin am Mývatn blieb heute wetterbedingt geschlossen. Und nicht mal seinen Frust konnte man am Mývatn ertränken, denn der staatliche Alkoholladen blieb ebenfalls geschlossen.

Wald und Vögel leiden unter dem Schnee
Immer noch liegt vielerorts teilweise tiefer Schnee. Im Staatsforst Vaglaskógur östlich von Akureyri sind heute morgen 40 Zentimeter Schnee gemessen worden, und dort schneit es auch weiter. Förster Rúnar Ísleifsson sagt, gestern habe es 25 Zentimeter geschneit, und heute noch mal soviel, und wie es aussehe, gehe das bis zum Freitag so weiter. Die ersten Bäume hätten unter der Schneelast nachgegeben.
Die grösste Sorge mache er sich um die Vögel, sagt Rúnar. Da sei nicht mehr viel zu retten für die Brutsaison, die in Island ja nur sehr kurz ist. Der Schnee sei so nass und bedecke die gesamte Region. Zumindest ist der Boden nicht gefroren, sodass Sumpfvögel wie Schnepfen mit ihren langen Schnäbeln noch Nahrung im Boden finden, aber für alle Fliegenfänger etwa sieht die Lage düster aus.

Umsatzeinbussen im Osten
Ostisland ist seit Montagabend auf dem Landweg vom Rest der Insel abgeschnitten. Viele Touristen, die in diesen Tagen auf der Ringstrasse die Insel umrunden wollten, haben ihre Reise abgebrochen und sind umgekehrt. Das führte zu einem Umsatzeinbruch in der Hotelbranche, die jetzt eigentlich Hochsaison hat.
Natürlich sitzen auch viele Touristen im Osten fest, denen etwa die Weiterfahrt nach Akureyri versperrt ist. Aber Gunnlaugur Jónasson, ein Gästehausbetreiber in Egilsstaðir erklärt, das Problem seien vor allem die Touristen, die jetzt ihre Reiseroute ändern, und gar nicht erst nach Osten fahren.
Manche hätten auch auf die Schnelle einen Flug nach Egilsstaðir gebucht und verbrächten dadurch aber weniger Nächte im Osten, das habe er gleich am Montag gesehen, als die Wetterwarnung und ihre lange Dauer veröffentlicht wurde.

In den Ostfjorden hat der Sturm erhebliche Schäden angerichtet, und er dauert immer noch an. Hörður Guðmundsson, ein Schreiner im Fljótsdalur, hat gestern seine Werkstatt als Ruine vorgefunden. Nach einem Brand im vergangenen Jahr hatte er eine starke Plane über die stehengebliebenen Wände gespannt, die dem Sturm nicht standhielt, dazu stürzte eine der Wände ein, der Wind drang unter die Plane und zerfetzte sie von unten. Die Eingangstür fand Hörður in einem nahegelegenen See.
Der Meteorologe Trausti Jónsson sagte mbl.is, ein solches Wetter komme durchaus öfter vor als man denke, aber man tendiere dazu, diese Ereignisse zu vergessen. Seinen Recherchen nach sei mit derartigen Wetterkapriolen alle acht bis 14 Jahre zu rechnen.

 

 

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