Jagd auf Robbe und Seehund soll gesetzlich verboten werden Skip to content

Jagd auf Robbe und Seehund soll gesetzlich verboten werden

Die Jagd auf Robben und Seehunde soll zukünftig in den isländischen Hoheitsgewässern, Flüssen und Seen verboten werden, das sieht ein neuer Gesetzentwurf aus dem Arbeitsministerium vor. Es soll jedoch möglich sein, für die Jagd zur privaten Nutzung vom Amt für Fischerei eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten, berichtet RÚV.

Die Kegelrobbe befindet sich auf der Warnliste des Naturkundinstitutes in der Kategorie “ziemlich gefährdet”. Das Meeresforschungsinstitut hatte der Regierung vorgeschlagen, nach Wegen zu suchen, um den Beifang von Robben zu reduzieren, ausserdem solle für die Robbenjgd ein Quotensystem eingeführt werden, und alle erlegten Robben sollten amtlich registriert werden müssen.

Bislang ist es nicht gelungen, den Beifang durch die Fischereiindustrie zu reduzieren, auch weiterhin verenden Dutzende der Tiere in den Netzen der Fischfänger. Daher soll auch der Seehund von dem neuen Gesetz einbezogen werden.

Die direkte Jagd auf den Seehund soll komplett verboten werden, dieser befindet sich der Warnliste nach sogar in unmittelbarer Gefahr, ausgerottet zu werden.

Die Bestandszahlen des vergangenen Jahres weisen darauf hin, dass es immer weniger Robben gibt. Die Mindestbestandszahl sollte bei 12.000 Exemplaren liegen, doch ergab die Zählung aus 2018, dass der Bestand um 21 Prozent unter dieser Zahl liegt und seit dem Jahr 1980 stark gesunken ist.

Ester Rút Unnsteinsdóttir vom isländischen Naturkundeinstitut hat dafür keine universelle Erklärung. Sie sagt, dass die Robbenzahlen allem voran in Island stark zurückgegangen seien, nicht jedoch in anderen Ländern.

Der Beifang könne den Rückgang möglicherweise miterklären, doch fehlten hier Daten. Eine weitere Erklärung könnte der Zutritt von Touristen zu den Aufzuchtgebieten der Robben sein. Für einige dieser Orte konnte bereits nachgewiesen werden dass Touristenbesuch negative Auswirkungen auf die Anwesenheit der Tiere habe. Denkbar sei, dass sie sich andere Plätze suchten.

Der Vorsitzende der isländischen Robbenbauern, Pétur Guðmundsson aus dem Ófeigsfjörður, findet das Jagdverbot lachhaft, weil es, wie er sagt, ohnhin keine echte Jagd auf die Tiere gebe. Er selbst töte das ein oder andere Jungtier mal für den eigenen Teller. In seinem Fjord seien mehr Robben gesichtet worden als zuvor. Man habe ihm gesagt, dass der Robbenbestand vor allem an den Mündungen von Lachsflüssen zurückgehe. Pétur vermutet, dass die Tiere dort gejagt würden.

RÚV gegenüber erinnert er an Zeiten in den 90ger Jahren des letzten Jahrhunderts, als es erklärtes Ziel war, den Robbenbestand zu verringern. Robbe und Seehund galten damals als Schädlinge, weil sie einen Parasiten an den Dorsch übertrugen.

Einer Zählung aus dem Jahr 1980 nach hatte es damals um die 33.000 Exemplare gegeben. Im Jahr 2016 wurden nur noch 7600 Tiere gezählt. Damit ist der Bestand in 36 Jahren um 77 Prozent gesunken.

Die Massnahmen damals waren sehr drastisch und schlecht überlegt. Wir waren immer dagegen, sowas durchzuführen,” sagt Pétur.

 

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