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Isländischer Orcabestand durch PCB gefährdet

In isländischen Orcas die sich von Fisch und Säugetieren ernähren, findet sich eine weitaus höhere Menge an polychlorierten Biphenylen (PCB) als in den Exemplaren, die auschliesslich Fisch fressen. Das ergab eine Studie von Meeresbiologen aus Island, Kanada und Dänemark. Gesundheit und Fortbestand der Population sind durch die PCB-Verschmutzung bedroht, berichtet Vísir.

Polychlorierte Biphenyle, bekannt als PCB, war im 20. Jh weit verbreitete Industriechemikalie, die auch zur Staubbindung im Strassenbau verwendet wurde. Seit den 80ger Jahren des letzten Jahrhunderts sind Herstellung und Nutzung verboten, nachdem ihre krebsauslösende Wirkung bekannt wurde. Die Chemikalie ist äusserst schwer abbaubar und in Atmosphäre, Gewässern und im Boden weltweit nachweisbar.

“Die Chemikalie ist schon lange verboten, aber es ist sehr schwer, sich ihrer zu entledigen. Am Ende gerät sie dann in das Ökosystem des Meeres, und wenn sie einmal dort landet, ist es sehr schwer, sie loszuwerden. Sie sammelt sich in Algen an, dann im Fisch und dann die ganze Nahrungskette hoch,” erklärt Filipa Samarra, eine Meeresbiologin am Forschungsinstitut der Universität auf den Westmännerinseln.
Filipa hat in den vergangenen Jahren für das Icelandic Orca Project geforscht, wo die Wale in einer Datenbank aufgenommen und auf ihre Lebensweise untersucht wurden.
Dabei stellte sich heraus, dass Orcas in isländischen Gewässern eine andere Methode der Nahrungssuche pflegen: hier ernähren sich nämlich längst nicht alle Orcas von Fisch, manche fressen auch Säugetiere, wie etwa Seehunde. Das war bislang nur von Exemplaren an der schottischen Küste bekannt gewesen.

Fischfressende Wale sind weniger gefährdet
Bei den Untersuchungen, die Filipa und ihre Kollegen von kanadischen und dänischen Hochschulen gemeinsam angestellt haben, stellte sich heraus, dass für Orcas, die andere Meeressäuger fressen, eine grössere Gefahr der PCB-Verseuchung besteht als für fischfressende Exemplare. Die Wale mit gemischtem Speisezettel wiesen eine bis zu neufach höhere Menge an PCB auf, darunter fanden sich die gefährlichsten und giftigsten Verbindungen. Alle Proben der Studie wurden in den Gewässern rund um die Westmännerinseln und Snæfellsnes genommen.
Die Beute der Orcas, Seehund und Delphin, ernährt sich von Fisch und sammelt aufgrund ihres oft hohen Alters beträchtliche Mengen an Giftstoff in ihrem Gewebe. Diesen Zwischenschritt in der Nahrungskette machen die Wissenschaftler verantwortlich für den hohen PCB-Gehalt im Gewebe der Wale.
Das Gift wird sogar von einer Generation zur nächsten weitergegeben: PCB sammelt sich im Fettgewebe an, bei der säugenden Walmutter wird das Fett abgebaut und das Gift gelangt in die Muttermilch.

Was genau die polychlorierten Biphenyle an gesundheitlichen Schäden bei den Orcas mit sich bringen, ist bislang nicht bekannt. Untersuchungen an anderen Säugetieren weisen darauf hin, dass Immunsystem und Fortpflanzungsfähigkeit geschwächt werden. Man geht davon aus dass dies auch für Meeressäuger gilt.
“Sie sind vielleicht weniger fruchtbar und ihre Kälber überleben oft nicht,” vermutet Filipa. Ein geschwächtes Immunsystem könnte auch Auswirkung auf die Lebenserwartung der erwachsenen Tiere haben.

Die Studienergebnisse sind wichtig um beurteilen zu können, in welcher Gefahr der Orcabestand sich befindet. Die Tatsache, dass einzelne Tiere durch ihre Nahrungswahl mehr Gift aufnehmen als andere, zeige dass der Bestand in der Gefahrenbeurteilung nicht als Ganzes betrachtet werden darf und dass einzelne Exemplare sogar stark gefährdet seien. Das gehe aber aus einem kürzlich erstellten Bestandsgutachten nicht hervor, da dort die Gesundheit der Orca als nicht gefährdet eingschätzt worden war.
Die Meeresbiologen sind der Ansicht, dass amn Rücksicht auf Untergruppen nehmen müsse, wenn Entscheidungen um Schutz und Nutzung der Art gefällt werden.

 

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