Inzucht bedroht Seeadlerbestand in Island Skip to content
Photo: A white tailed eagle brings a duckling to feed its nestlings..

Inzucht bedroht Seeadlerbestand in Island

Der isländische Seeadler könnte durch Inzucht gefährdet sein, diese These erhebt ein Artikel im Journal Molecular Ecology. Die Fruchtbarkeit der isländischen Art entspricht nur einem Drittel der seiner skandinavischen Verwandten.
Für die Studie über den isländischen Seeadler und seiner Verwandten hatten die Forscher seit dem Jahr 2000 Blutproben entnommen. Nach Angaben von Professor Sveinbjörn Pálsson von der Universität Island unterscheiden sich die grönländischen und isländischen Adler von denen auf dem skandinavischen Festland vor allem durch ihre genetische Homogenität.

Geringe genetische Vielfalt
“Inselbestände könnten unter geringer genetischer Vielfalt leiden und damit mehr anfälliger für einen Rückgang durch Inzucht oder Aussterben sein, sowohl aufgrund von „Gründereffekt“-Engpässen während der Kolonisierung als auch als Folge einer erhöhten genetischen Drift in kleinen isolierten Populationen.“ heisst es in der Studie.
Sveinbjörn erklärte RÚV gegenüber, die geringe genetische Vielfalt auf Inseln, besonders in Island, könnte erklären, warum die Fruchtbarkeitsrate des Seeadlers in Island so niedrig liege, sie betrage nämlich nur ein Drittel der Rate skandinavischer Adler.

Welche Rolle spielen Toxine?
Der isländische Seeadler war im 20. Jh beinahe ausgestorben. Im Jahr 1914 war der Adler unter Schutz gestellt worden, doch wuchs der Bestand nur sehr langsam. Seit es im Jahr 1964 verboten wurde, vergiftete Kadaver als Köder für Füchse auszulegen, gingen die Bestandszahlen etwas in die Höhe. Momentan gibt es um die 90 Adlerpaare in Island. Die Fruchtbarkeitsrate liegt jedoch viel niedriger als in Europa.

Auch die Inzucht innerhalb der Population könnte dazu betragen, dass sich Mutationen bilden, die dem Bestand weiteren Schaden zufügen. Damit kann sich der Adler noch schlechter an neue Lebensbedingungen adaptieren, etwa an Veränderungen im Futterangebot und Klima.
Snæbjörn zufolge untersuche man im nächsten Schritt einzelne Gene der Raubvögel. Hier vor allem solche, die der Verstoffwechselung von Toxinen zugeordnet werden. Man habe beobachtet, dass persistierende organische Toxine eine negative Auswirkung auf die Lebenserwartung von Seeadlern im 20. Jh hatten.

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