Hvammsvirkjun: grünes Licht und möglicher Baubeginn für Wasserkraftwerk Skip to content
Þjórsá, Thjorsá, Hekla, Gaukshöfði
Photo: Dagmar Trodler, Þjórsá.

Hvammsvirkjun: grünes Licht und möglicher Baubeginn für Wasserkraftwerk

Die isländische Umweltbehörde will zugunsten des geplanten 95 MW Kraftwerks Hvammsvirkjun Änderungen an der Wasserzuteilung aus der Þjórsá zulassen, berichtet Vísir. Die Behörde hatte ihre Entscheidung vor Weihnachten angekündigt. Nach Ansicht der Behörde wiegt die Stromsicherheit des Landes schwerer als Umweltaspekte.

Stromsicherheit wiegt mehr
Auf der Webseite der Behörde wird die Lizenzerteilung mit einer detaillierten Analyse begründet, nach der zur Gewährleistung der Stromsicherheit in Island eine erhöhte Stromproduktion im Umfang eines Hvammsvirkjun (95 MW) erforderlich ist.
Die Gewährleistung der Stromsicherheit sei im Interesse der Allgemeinheit und wiege schwerer als der Nutzen aus einer Erreichung von Umweltzielen.
Das Kraftwerk befindet sich in der Nutzungskategorie, damit liegt nach Ansicht der Behörde auch eine Entscheidung des Gesetzgebers zur gesamtwirtschaftlichen Machbarkeit des Projektes vor.

Baubeginn im Frühjahr?
Kraftwerksbetreiber Landsvirkjun geht davon aus, dass eine endgültige Entscheidung nach Ende der Einspruchsfrist am 17. Januar verkündet werden kann. Bei Lizenzerteilung liege der Antrag dann erneut auf dem Tisch der Energiebehörde, die zwei Monate Zeit habe, dem Antrag stattzugeben.
Wird die Kraftwekslizenz erteilt, müsen die beiden beteiligten Anrainerkommunen, Skeiða- und Gnúpverjahreppur und das Rangáþing ytra, noch ihre Betriebsgenehmigung erteilen. Liegen auch diese vor, kann nach Einschätzung von Landsvirkjun im Frühjahr mit dem Kraftwerksbau begonnen werden.

Stopp wegen Formfehlern
Im Sommer hatte der Berufungsausschuss für Umwelt- und Resourcenfragen die von der Energiebehörde erteilte Kraftwerksgenehmigung zurückgezogen, nachdem Beschwerden aus der Bevölkerung und Klagen von Umweltverbänden eingegangen waren, sowie ein Formfehler in der Genehmigung nachgewiesen werden konnte. Icelandreview berichtete, dass die Kraftwerksgenehmigung unter das Wassergesetz von 2011 sowie der EU-Wasserrichtlinie fällt, wonach der Zustand von Fliessgewässern nicht gestört werden darf. Landsvirkjun hatte seinerzeit eine Ausnahme von diesem Grundsatz beantragt, der lässt jedoch ausländischen Präzedenzurteilen zufolge keine Ausnahmen zu. Die Energiebehörde hatte diese Richtlinie sowie die negative Beurteilung der Planungsbehörde bei ihrer Lizenzerteilung ausser Acht gelassen.

 

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