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Gute Brutsaison für Islands Papageitaucher

In der diesjährigen Brutsaison ist eine hohe Zahl von Papageitaucherküken gezählt worden. Am augenfälligsten ist der Brutboom auf den Westmännerinseln, wo die Küken ihr Gewicht haben verdoppeln können. Unter anderem gibt es in diesem Jahr mehr Futter für die bunten Vögel, sagte der Ornithologe Erpur Snær Hansen in einem Gespräch mit Iceland Review.

Fünffach höhere Überlebenschance für schwerere Küken
“Die Brutsaison ist im ganzen Land sehr gut verlaufen, und es ist schön zu sehen, wieviele Küken es gibt,” sagt Erpur. Auf den Westmännerinseln leben fast 40 Prozent aller isländischen Papageitaucher. In den vergangenen 15 Jahren war die Zahl der Vogelart um 44 Prozent zurückgegangen. “Eine starke Brutsaison hat da grosse Auswirkungen, wenn es zuvor viele schwierige Jahre gegeben hat. Auf den Westmännerinseln gibt es dieses Jahr um die 700.000 Papageitaucherküken, von denen die allermeisten überleben werden.”

Besonders erfreut ist er über das Gewicht der Küken. Papageitaucherküken können zu Beginn der Brutsaison 200 bis 250 Gramm wiegen. In diesem Jahr wurde das erste Küken mit 359 Gramm gewogen, das schwerste brachte rekordverdächtige 429 Gramm auf die Waage. Gewicht kann der alles entscheidende Faktor beim Überleben sein, erklart Erpur. Ein 350 Gramm schweres Küken hat viel mehr Chancen, seinen ersten Winter zu überleben als ein 250 Gramm schweres Küken. Diese Küken dürften also ihren ersten Winter fast alle überleben.

Einer der Gründe für den guten Zustand der Jungvögel ist der bessere Zugang zu Futter. “Es gibt Sandaal und auch eine Menge nordischen Krills,” erklärt Erpur. In den Jahren seit 2005 hatte es vor allem entlang der Südküste nur wenig Sandaal gegeben, auch wenn der nordische Krill die Jungvögelzahlen seit 2017 wieder hatte ansteigen lassen.
Krill und Sandaal fressen Plankton, welches aus der Algenblüte im Frühjahr stammt. Vor der Südküste setzt die Algenblüte seit etwa 15 Jahren später als sonst ein. “Um das Jahr 2005 begann die Alge zwei Wochen später mit der Blüte als gewöhnlich. Wir wissen noch nicht, warum das so war, aber in diesem Jahr begann die Blüte früher und zu einer Zeit, die wir als normal bezeichnen würden. Das scheint ausgesprochen positive Auswirkungen auf den Sandaal zu haben.”

Kleine Temperaturunterschiede, grosse Auswirkungen
Auch die Meerestemperatur spielt eine Rolle. Erpur erklärt, dass sie an der Südküste in den vergangenen 35 Jahren zwischen warmen und kalten Perioden gewechselt hat. Zur Zeit befindet sich das Meer in einer Wämeperiode, die 1996 begann. Der Papageitaucherbestand entwickelt sich besser in kälteren Perioden, auch wenn nicht die Temperatur selbst der ausschlaggebende Faktor ist.
“Während der kalten Periode gibt es mehr Meerestiere in isländischen Gewässern, es gibt mehr Nährstoffe im Meer, die Fische werden grösser und insgesamt gibt es mehr Futter. Wir sehen, dass es während dieser Perioden, wo das Meer kälter ist, viel mehr Papageitaucherküken gibt.”

Neuste Forschungen, die diese warmen und kalten Zyklen bis in das Jahr 1880 untersucht haben, zeigen auf, dass selbst kleinste Veränderungen der Meerestemperatur grosse Auswirkungen auf die Brutsaison der Papageitaucher hat. “Wir sehen, dass bei der jährlichen Durchschnittstemperatur von 7 Grad nur ein einziger Grad weniger oder mehr ausreicht, um den Kükenbestand der Papageitaucher um 55 Prozent sinken zu lassen. Und das passiert eigentlich bei allen isländischen Seevögeln.”

Auch wenn der Papageitaucher immer noch gefährdet ist, hat er sich doch in den vergangenen Jahren erholen können. “Das hängt vor allem davon ab, wie es auf den Westmännerinseln läuft, wo der Bestand die grösste Fluktuation gezeigt hat. Wir hatten jetzt ein paar gute Jahre, aber jetzt müssen wir mal abwarten, ob sich das weiter fortsetzt.”

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