Grossmolkerei leitet Molke ungeklärt in den Lagarfljót Skip to content
Photo: Mjólkursamsalan Facebook.

Grossmolkerei leitet Molke ungeklärt in den Lagarfljót

Aus den Verarbeitungsbetrieben der isländischen Grossmolkerei MS laufen viele Millionen Liter Molke ungeklärt in die Natur, obwohl das Unternehmen versprochen hat, sich des Problems anzunehmen, berichtet RÚV. Dazu war unter anderem geplant, in Sauðárkrókur eine Fabrik zu eröffnen, wo aus der Molke reiner Alkohol hergestellt werden sollte. Die Inspektoren der Gesundheitsbehörden in Ostisland fordern MS seit vielen Jahren auf, das Abwasserproblem zu lösen.

In der MS Filiale in Egilsstaðir wird vor allem Pizzakäse hergestellt. Dabei landen etwa 10 Prozent der Milch im Käse, 90 Prozent fallen als Molke ab, die lange ungeklärt in den Lagafljót floss und dort Fette, Proteine und Milchzucker im Wasser anreicherte. Vor nicht allzulanger Zeit waren die Messwerte für Fett und Milchzucker weit über den Werten der Betriebsgenehmigung gelegen, woraufhin das Unternehmen Verbesserungen unternahm, um das Fett aus dem Abwasser zu ziehen. Der Milchzucker läuft jedoch weiterhin in die Natur.

Seit langem gibt es bei MS den Plan, die anfallenden 54 Millionen Liter Molke aus den Milchverarbeitungsbetrieben im ganzen Land zu sammeln und daraus Alkohol herzustellen. Doch daraus ist bislang nichts geworden. Und so fordert die Gesundheitsbehörde auch weiterhin Verbesserungen, wie etwa eine Probenentnahme aus dem Abwasser zu Sommerbeginn.
In einem Interview mit Austurfrétt gab der Betriebsleiter von MS an, man habe die Alkoholfabrik in Sauðárkrókur wegen Covid-bedingter Verzögerungen nicht eröffnen können, hoffe aber, dass der Betrieb in der zweiten Jahrehälfte beginnen könne.

Bei Messungen im März 2019 waren gar zehnfach erhöhte COD-Werte gefunden worden, auch Fette und Schwebstoffteilchen hatten trotz Vorrichtungen zur Fettreinigungweit über den erlaubten Grenzwerten gelegen. Die Inspektoren der Gesundheitsbehörden notierten seinerzeit, dass MS “mit der Verzögerung einen Mangel an Ehrgeiz in Umweltfragen” an den Tag gelegt habe. Schon damals, eineinhalb Jahre vor Ausbruch der COVID-19 Pandemie, war gelobt worden, die Molke in Sauðárkrókur zu Alkohol zu verarbeiten.

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