Gestrandeter Orca im Gilsfjörður gerettet Skip to content
Photo: Sjöfn Sæmundsdóttir. Orca rescue..

Gestrandeter Orca im Gilsfjörður gerettet

Es gibt durchaus auch isländische Walgeschichten mit glücklichem Ausgang – eine von ihnen ereignete sich gestern Abend an einem Strand im Gilsfjörður in den Westfjorden, wo ein gestrandeter Orca es mit Hilfe vieler Retter wieder ins Meer zurückschaffte. Vísir berichtet, zunächst sei man davon ausgegangen, dass der Wal verendet war, zumal er schon seit Donnerstagabend im Sand lag.
Die Polizei war noch am Donnerstag ausgerückt, die Stelle, wo der Orca an Land gespült worden war, erwies sich allerdings als schwer zugänglich. Nach Angaben der MAST-Tierärztin Þóra Jóhanna Jónasdóttir zeigte das Tier aber Lebenszeichen, als die Flut es umspülte. Gegen 10 Uhr gestern Morgen wurde der Vorfall dann an MAST gemeldet.

Schwierige Rettungsbedingungen
“Es blieb nicht mehr viel Zeit bis zur Hauptflut, und man versuchte, schnell zu reagieren und Helfer an den Ort zu bringen,” erzählt Þóra. “Aber es war schwer, zu dem Orca zu gelangen, das Gelände erwies sich als sehr matschig, und es gelang nicht, das Tier dort ins Flutwasser zu bringen.” Daraufhin wurde der Wal auf die Möglichkeit untersucht, ob er bis zur nächsten Flut würde überleben können. Þóra erklärt, Wale seien dafür gemacht, im Meer zu schwimmen, und nicht dafür, mit all ihrem Gewicht an Land zu liegen.
Der Orca, ein junges Männchen, wurde jedoch für fit genug befunden, eine weitere Flut abzuwarten. Für die Wartezeit wurde er mit nassen Decken abgedeckt, und das Gelände gesichert. “Das ist besonders wichtig, dass die Leute nicht zu gestrandeten Walen gehen und sie streicheln, das stresst diese Tiere sehr und veringert ihre Überlebenschancen.” Genau das passierte nämlich, allerhand Schaulustige versammelten sich gestern Abend am Strand. “Die Leute machen sich leider nicht klar, was für einen Stress das für das Tier bedeutet. Es war deutlich zu sehen dass er schwerer atmete, er war sehr gestresst. Sobald die Leute zurückwichen, beruhigte sich der Atem wieder.”

Walrettung ist Teamarbeit
“Gemessen daran, wie lange er an Land lag, war dieser Wal in unglaublich gutem Zustand, sicher ein junges und starkes Tier. Als er wieder flott war, hört man im Video, wie er nach seinen Artgenossen rief.”
Orcas strandeten eher selten, und oft sei es viel schwieriger, ihnen zu helfen, so Þóra. Viel öfter sehe man Grindwale, die in grossen Gruppen stranden. Bei an Land geschwemmten Orcas handle es sich meist um kranke oder ältere Tiere. Der am Donnerstag gestrandete Orca sei möglicherweise zu dicht an der Küste geschwommen, vermutet Þóra. Es sei auch nicht selbstverständlich, dass eine solche Rettungsaktion glücklich ausgehe. Þóra dankte allen Beteiligten – eine 20 Mann starke Gruppe der örtlichen Rettungseinheit, dazu das von MAST geleitete Notfallteam Hvalir í neyð (Wale in Not), Wildtierärzte, Experten der Hochschule, Polizei, Küstenwache und das Marineforschungsinstitut.
“Niemand rettet einen Wal alleine, das ist immer Teamarbeit,” sagt Þóra. “Wir haben einen Einsatzplan, wenn ein Wal gerettet werden muss. Da muss schnell und gut reagiert werden, weil man sonst die Gelegenheit verpasst, das Tier ins Wasser zu bringen, es kann nämlich nicht viele Flut und Ebbezeiten überleben. Da hat man nicht viel Zeit zum Überlegen,” erklärt die Tierärztin der Veterinäraufsichtsbehörde.

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