Gefahrenstufe im Norden, Sorge um Weidepferde Skip to content
Photo: Dagmar Trodler.

Gefahrenstufe im Norden, Sorge um Weidepferde

Die isländische Polizei hat angesichts des zu erwartenden Unwetters für den Nordosten und Osten des Landes die Gefahrenstufe des Zivilschutzes erklärt, für die Westfjorde gilt die Ungewissheitsstufe.  Ab morgen Mittag trifft ein Orkantief aus Nord auf die Insel. Betroffen sind alle Landesteile. Für den Nordosten und Osten gilt die rote Warnstufe des Wetterdienstes, für den Rest des Landes die orangefarbene und gelbe Warnstufe.
Zu rechnen ist mit heftigen Niederschlägen, die bis in die Niederungen in Schnee übergehen, dazu starker Wind bis Orkanstärke. Morgen ist definitiv kein Reisewetter, und es muss auch damit gerechnet werden, dass Teile der Ringstrasse vorsorglich gesperrt werden. In der Warnmeldung heisst es unter anderem, dass Personen drinnen an einem sicheren Ort  bleiben sollen.

Einsatzkräfte in Bereitschaft
Das zu erwartende Unwetter zeigt jetzt schon Ähnlichkeiten mit dem sogenannten Adventsturm von 2019, und Rettungsteams im ganzen Land bereiten sich auf das Äusserste vor.
Im Dezember 2019 hatte drei Tage lang ein schwerer Schneesturm im Norden getobt, an die 100 Pferde waren in den Schneewehen erfroren, und in weiten Teilen war der Strom ausgefallen, weil die Hochspannungsleitungen unter der Schneelast brachen bzw. vereisten.
Bei den Dalvíker Rettungsleuten hofft man nun, dass es so schlimm wie 2019 nicht wird. Man habe, so Einsatzleiter Haukur Arnar Gunnarsson, vom Adventsturm gelernt, es gebe etwa inzwischen mehrere Dieselaggregate, um wichtige Gebäude bei Stromausfall weiter versorgen zu können, und auch die Telefonleitungen, die damals tagelang ausser Betrieb waren, sind auf den neusten Stand gebracht worden.

Grosse Pferdeherden können nicht aufgestallt werden
Der Vorsitzende des Pferdezüchterverbandes Austur-Húnavatnssýsla gab RÚV gegenüber an, es sei nicht möglich, alle Pferde aufzustallen, weil um die 80 Prozent des Bestandes ganzjährig draussen lebe. Jón Árni Magnússon hatte 2019 selbst drei Pferde im Unwetter verloren. “Das Unwetter 2019 war natütlich beispiellos und die Leute kennen das gar nicht mehr, Pferde in schlechtem Wetter zu verlieren, aber das einzige, was wir jetzt tun können, ist, die Kontrolle der Herden im Vergleich zu damals zu verbessern.

Die Landwirte seien derzeit dabei, ihre Schafe in die Ställe zu bringen, weil Schafe ein solches Unwetter weniger gut überstehen als Pferde. Ausserdem überlege man, die Pferde dorthin zu bringen, wo man sie besser im Auge haben kann. Möglichkeiten zur Aufstallung gebe es für den grossen Bestand nicht.
“Ich denke, die Leute machen sich jetzt erst klar, dass wir die nicht aufstallen können, und viele haben ihre Pferde in den Windschatten getrieben, aber das war eigentlich das schlechteste was man machen konnte, denn dort sind sie total eingeschneit. Die stehen dann da nur ganz dicht beisammen, und wenn du sie irgendwo hingebracht hast, wo sie nicht aus dem Schnee heraus kommen, dann sieht das schlecht aus. Eigentlich ist es besser, sie auf offenem Land zu haben, auch wenn sich das komisch anhört.”

 

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