Forschungsprojekt an der Krafla, um Erdwärme besser zu verstehen Skip to content
Krafla Mývatnssveit power plant electricity
Photo: Krafla í Mývatnssveit.

Forschungsprojekt an der Krafla, um Erdwärme besser zu verstehen

Zur Zeit sind 15 ausländische Doktoranden damit beschäftigt, im Rahmen eines europäischen Kooperationsprojektes Messungen am Vulkan Krafla durchzuführen, berichtet RÚV. Diese Untersuchungen sollen unter anderem den Kenntnisstand um die Nutzung von Erdwärme erweitern.

Das Projekt unter dem Namen IMPROVE untersucht die Vulkane Krafla in Island und Ätna in Italien. Zwölf Universitäten und Institute sind an den Forschungsarbeiten beteiligt. In Island steht das Projekt unter der Leitung des Geowissenschaftlichen Institutes der Universität. Zu den Teilnehmern gehört auch Kraftwerksbauer Landsvirkjun.

Messungen zur Verteilung der Magma
Krafla ist eins der am besten bekannte Geothermiegebiet weltweit. Die Magma der Krafla befindet sich in 2,1 Kilometern Tiefe. Es gilt als aussergewöhnlich, dass bekannt ist, wo genau die Magma brodelt.
Magnús Tumi Guðmundsson, Professor für Geophysik an der Universität Íslands, ist momentan mit der Gruppe an der Krafla unterwegs. “Das war ziemlich schwierig, sich klarzumachen, wo die Magma ist, wie sie sich verteilt, wie gross die Kammer aus geschmolzenem Stein ist usw.”
Dazu haben die Doktoranden an die 200 Sensoren im Gelände angebracht, um die Magmaverteilung zu orten. Sie setzen die Sensoren auf, bebachten sie und lesen die Messwerte ab.
Solche umfangreichen Messungen hätten grosse wissenschaftliche Bedeutung, erklärt Magnús. “Aber eben möglicherweise auch sehr grosse praktische Bedeutung. Wie können wir dieses Erdwämegebiet am besten nutzen, dafür müssen wir das durch und durch verstehen.”
Owen McCluskey ist einer der Dokoranden. Er misst die Tiefe des Grundwasserspiegels. “Bislang liegt der bei um die 136 Meter unter der Oberfläche. Das ist viel Arbeit, das Massband da hinunterzulassen, da muss man die Seilwinde oft drehen,” meint Owen.
Clothilde Biensan notiert die Veränderungen, die sich bei den Messungen des Grundwasserspiegels ergeben. “Wir möchten eine Langzeitentwicklung sehen, daher eignet sich hier eine Messung im zweistündigen Abstand.”

Kraflaausbruch in naher Zukunft eher unwahrscheinlich
Der letzte Ausbruch der Krafla, die sogenannten Kraftlafeuer, fanden in den Jahren zwischen 1975 und 1984 statt. Davor gab es einen Ausbruch am Mývatn, die Mývatnsfeuer, bis zum Jahr 1720.
Magnús Tumi meint, bislang scheine die Krafla alle 250 Jahre auszubrechen. “Ich würde jetzt nicht viel Geld darauf verwetten, dass die in nächter Zeit ausbricht.”

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