Fluorwerte im Reyðarfjörður über dem Grenzwert Skip to content
Photo: Dagmar Trodler.

Fluorwerte im Reyðarfjörður über dem Grenzwert

Die Fluorwerte im Gras des Reyðarfjörður liegen über dem Grenzwert, berichtet mbl.is. In einer Pressemitteilung der Naturbehörde Ostislands heisst es, die Probennahme sei Teil des Überwachungsplans, die Betriebsgenehmigung des Unternehmens werde dadurch jedoch nicht eingeschränkt.

“Ein umfangreicher Teil dieses Überwachungsplanes sind die Fluormessungen im Gras über den Sommer, wobei da vor allem um die Tiergesundheit geht. Sechsmal wird das Gras untersucht, jeweils zweimal im Juni, Juli und August. Im Herbst wird dann ein Durchschnittswert aller Messungen genommen, um die Durchschnittsbelastung des Sommers zu bestimmen. Die Proben werden immer am gleichen Ort auf die gleiche Weise genommen, damit sie vergleichbar sind.”
Der Überwachungsplan von Fjarðarál sieht 40 µg F/​g im Gras als Durchschnittswert für den Sommer vor. Die Resultate geben Hinweise darauf, ob man das Weidevieh im Fjord mehr kontrollieren muss, oder ob die bestehende Kontrolle ausreicht. Verschiedene Faktoren, darunter auch das Wetter, können die Untersuchungsergebnisse beeinflussen. Im Juni etwa ist es ungewöhnlich heiss, trocken und windstill gewesen, und die Fluorwerte liegen für diesen Zeitraum über dem Grenzwert, bei 50 µg F/​g Gras.
Schon in den Jahren 2012 und 2014 waren im Reyðarfjörður hohe Fluorwerte in Gras und Heu gemeldet worden.

Keine Gefahr für den Menschen
Bei den Messungen gehe es einzig um die Tiergesundheit, für den Menschen bestehe durch hohe Fluorwerte keine Gefahr, heisst es in der Mitteilung der Naturbehörde. Jedes Jahr würden auch Beeren und Gartengemüse auf Fluor untersucht, und dort hätten sich nur niedrige Fluorwerte gefunden. Allerdings wird empfohlen, Gemüse und Obst stets gut zu waschen.
Nach Angaben der Behörde würden Schafe und Pferde im Reyðarfjörður durch Tierärzte überwacht. Es habe keine Hinweise darauf gegeben, dass das Fluor im Reyðarfjörður Auswirkungen auf die Weidetiere habe, allenfalls wenn ein Tier das belastete Gras über eine lange Zeit zu sich nehme. Ebensowenig wirke sich Fluor auf das Fleisch der Tiere aus.

12 tote Pferde im Hvalfjörður
Im Westen des Landes, auf dem Hof Kuludalsá im Hvalfjörður ganz in der Nähe des Aluminiumwerkes in Grundartangi, waren vor über zehn Jahren Pferde erkrankt, 12 Tiere aus der Herde hatten euthanasiert werden müssen. Die Umweltbehörde hatte damals die Bitte der Pferdebesitzerin abgelehnt, auf dem Gelände Fluorproben zu nehmen. Von Seiten des Aluminiumwerkes Norðurál hatte es gehiessen, es gebe keine Fluorbelastung rund um die Fabrik.
In einem Bericht, der 2016 für das Arbeits- und Innovationsministerium angefertigt worden war, kamen die Autoren, Professor Jakob Kristinsson und der Veterinär Sigurður Sigurðsson jedoch zu dem Ergebnis, dass die Krankheit der Pferde auf Kuludalsá höchstwahrscheinlich auf eine Fluorvergiftung zurückzuführen sei.
Die Veterinäraufsichtsbehörde MAST protestierte gegen die Ergebnisse der Fachleute, nach Ansicht der Fachtierärztin für Pferdekrankheiten, Sigríður Björnsdóttir, sei die Erkrankung der Pferde einzig auf Überfütterung und Haltungsfehler zurückzuführen.

Die Pferdebesitzerin zog vor Gericht und verlor den Prozess. Das Landesgericht sah es zwar als erwiesen an, dass nach einem Betriebsunfall bei Norðurál die Fluorwerte auf dem betroffenen Hof stark gestiegen waren, einen Zusammenhang zwischen den Fluorwerten und den kranken Pferden sehe man jedoch nicht.
Vísir berichtete damals, dass aus Akranes mehr Krebsfälle als anderswo diagnostiziert würden, und dass es möglicherweise einen Zusammenhang mit dem Akuminiumwerk in Grundartangi gebe.

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