Flugzeugabsturz im Þingvallavatn nach Landung auf gefrorenem See Skip to content
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Photo: Björgunarsveitir Þingvellir.

Flugzeugabsturz im Þingvallavatn nach Landung auf gefrorenem See

Auch nach eingehender Prüfung des Ermittlungsausschusses für Verkehrsunfälle ist nicht klar, ob der Pilot der im Jahr 2022 im See Þingvallavatn gesunkenen Cessna auf dem gefrorenen See hatte landen wollen oder nicht. Die Landung gilt jedoch als Unfallursache. Bei dem Flugzeugabsturz starben der Pilot und alle drei Passagiere. Der Abschlussbericht ist heute morgen vom Ausschuss veröffentlicht worden.

Tod durch Ertrinken
Am 3. Februar 2022 war die Cessna 172N während eines zweistündigen Sightseeingflugs mit drei Fluggästen an Bord vom Radar verschwunden. An der Suche hatten sich mehr als 1100 Helfer beteiligt, am Ende konnte das Flugzeug auf dem Grund des Sees Þingvallavatn lokalisiert werden. Bei den Insassen handelte es sich um den Piloten Haraldur Diego, sowie drei sogenannte Influenzer: John Neumann (USA, 22 Jahre), Tim Alinas (Niederlande, 32 Jahre) und Nicola Bellarvia (Belgien, 32 Jahre).
Leichen und das Flugzeugwrack hatten wegen der winterlichen Bedingungen erst Wochen später aus dem See geborgen werden können.
„Die Unfallursache steht in Verbindung mit der beabsichtigten oder unbeabsichtigten Landung auf dem gefrorenen See, dessen Eisschicht das Flugzeug nicht hatte tragen können, es brach durch das Eis und versank im See,“ heisst es im Abschlussbericht. Die Leichen der Passagiere wurden in einiger Entfernung zum Wrack gefunden, was darauf hindeutet, dass sie versucht hatten, an Land zu schwimmen. Das hätten sie jedoch nicht geschafft, weil die Wassertemperatur so niedrig lag und die Entfernung zum Ufer so gross. Bei der Autopsie wurde dann auch Ertrinken als Todesursache festgestellt.
Icelandreview hatte seinerzeit hier und hier berichtet.

Crash bei Erstellung von reality content
Dem Unfallbericht zufolge kannte der Pilot die Region sehr gut. Er war schon oft auf gefrorenen Seen gelandet oder hatte sie dicht überflogen um seinen Passagieren gute Fotomotive zu ermöglichen. Der Ermittlungsausschuss hält es für sehr wahrscheinlich dass „der Zweck des Fluges, reality content zu erstellen, Anlass dafür gab, dass der Pilot seine Flughöhe über dem See verringerte.“
Am Flugzeug selbst wurden keine Fehler oder Mängel gefunden, die den Unfall erklären könnten, und auch der Tank war gut gefüllt. An Bord befand sich keine sogenannte Black box, da diese bei der Cessna 172N nicht zur Standardausrüstung gehört.

Empfehlungen zur Unfallvermeidung
Der Ermittlungsausschuss erteilte in seinem Bericht einige Empfehlungen, um ähnliche Unfälle in Zukunft zu vermeiden. Darunter die Implementierung von ADSB Transmitter in allen bemannten Flugzeugen im isländischen Luftraum, sowie die Anweisung an Piloten, Flugregeln und Mindestflughöhe einzuhalten, und das Landen ausserhalb von offiziellen Landebahnen zu vermeiden, wenn nicht gewährleistet werden kann dass die Landebedingungen sicher sind.
Dem Gesetz nach sollen die Berichte des Ermittlungsausschusses Unfallhintergründe aufklären, um Wiederholungen zu vermeiden, sie dienen nicht dazu, Schuld oder Verantwortung zuzuweisen. Sie dürfen auch nicht als Beweismittel in Gerichtsverfahren verwendet werden

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